26.10.05

Bedingungsloses Grundeinkommen für alle

Was hindert uns eigentlich daran, ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle einzurichten?

Die Sozialausgaben belaufen sich heute in der Bundesrepublik auf 720 Milliarden Euro. Wenn man jeder Person in Deutschland 1000 Euro im Monat zugestehen würde, beliefe sich der Aufwand auf 984 Milliarden. Angesichts eines Bruttoinlandsprodukts von 2129,20 Milliarden (2004), von dem heute schon jeder zweite Euro in Steuern und Sozialabgaben fließt und eines Geldvermögens der privaten Haushalte von über vier Billionen Euro (2004), scheint die Einführung eines solchen Grundeinkommens keineswegs utopisch. Gleichzeitig könnten alle Steuern bis auf die Mehrwertsteuer abgeschafft werden. Wenn man die Spareffekte auf seiten der Bürokratie berücksichtigt, wäre das Grundeinkommen mit Leichtigkeit zu finanzieren. Güter des täglichen Bedarfs könnten von der Mehrwertsteuer gänzlich befreit, Luxusgüter entsprechend dem Ressourcenverbrauch und der Exklusivität höher belastet werden. Natürlich müssten alle Einkommensarten in die Steuerpflicht einbezogen werden, auch Grundbesitz und Bankdepots. Gewaltig wäre nicht nur der Effekt auf den Arbeitsmarkt, der plötzlich Arbeiten unter Einbezug des Bürgergeldes finanzieren könnte, die bisher unrentabel schienen. Gewaltig wäre vor allem der psychologische Effekt: keiner wäre mehr gezwungen zu arbeiten, nur weil er Geld verdienen muss. Jeder könnte arbeiten, weil ihm die Arbeit, die er für andere leistet, Freude macht. Was für ein ethischer Aufschwung ginge durch ein müdes Land, wenn jeder Bürger erleben würde, dass die gesamte Gemeinschaft sich für die Sicherung seiner Existenz einsetzt und er sich selbst für die Sicherung der Existenz der Gemeinschaft einsetzt!

Weitere Informationen siehe unter: www.sozialimpulse.de /
unternimm die zukunft

9 Kommentare:

Blogger wahrmund meinte...

Und wie verhindert man, daß sich dann alle auf die faule Haut legen?

26. Oktober 2005 14:32  
Blogger Christoph meinte...

Ist nicht nötig, weil das nicht alle wollen.

31. Oktober 2005 21:25  
Anonymous wolfgang meinte...

Ich wills und würd mich trotzdem nicht auf die faule Haut legen.
Wer den Menschen für grundsätzlich faul hält, soll weiter träumen...

29. November 2005 21:08  
Anonymous Ulrike meinte...

Wenn jemand sich wirklich auf die faule Haut legen will, dann kann er das ja tun.
Es wird genügend Menschen geben, die durch mehr Freiheit zu viel mehr Kreativität und Arbeitsfreude motiviert sind - und die Menschen würden dann nur Arbeiten machen, die ie wirklich gern tun - keine
ungeliebten "Brotjobs" mehr.Alle
würden von so einer Regelung profitieren - Europa hätte jetzt die Möglichkiet, doch die Geister sind noch zu eng, zu sher in ein Schema F gezwängt.

3. Dezember 2005 17:01  
Anonymous Anonym meinte...

Ich möchte hier noch auf folgenden Artikel hinweisen:

Grundeinkommen

AnthroWiki, die freie Wissensdatenbank für Anthroposophie

Stünde tatsächlich ab sofort jedem Erwerbsfähigen (wie auch Erwerbsunfähigen) ein monatliches Mindesteinkommen zu, so wäre einmal die Menschenwürde nicht von der Arbeitsmarktsituation abhängig und zum anderen die Arbeit in gesellschaftlich wichtigen, aber wenig profitablen Bereichen nicht länger brotlos. Schließlich wären zusätzliche Subventionen überflüssig und damit auch ein Teil der fast Selbstzweck gewordenen Verwaltungs- und Zuteilungsbürokratie. Alleine schon mit deren Einsparung ließe sich die gesetzlich zu garantierende Mindestversorgung vollständig finanzieren.

Rudolf Steiner äußerte sich wie folgt dazu:

"Nun, das soziale Hauptgesetz, welches durch den Okkultismus aufgewiesen wird, ist das folgende: «Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.» Alle Einrichtungen innerhalb einer Gesamtheit von Menschen, welche diesem Gesetz widersprechen, müssen bei längerer Dauer irgendwo Elend und Not erzeugen - Dieses Hauptgesetz gilt für das soziale Leben mit einer solchen Ausschließlichkeit und Notwendigkeit, wie nur irgendein Naturgesetz in bezug auf irgendein gewisses Gebiet von Naturwirkungen gilt. Man darf aber nicht denken, daß es genüge, wenn man dieses Gesetz als ein allgemeines moralisches gelten läßt oder es etwa in die Gesinnung umsetzen wollte, daß ein jeder im Dienste seiner Mitmenschen arbeite. Nein, in der Wirklichkeit lebt das Gesetz nur so, wie es leben soll, wenn es einer Gesamtheit von Menschen gelingt, solche Einrichtungen zu schaffen, daß niemals jemand die Früchte seiner eigenen Arbeit für sich selber in Anspruch nehmen kann, sondern doch diese möglichst ohne Rest der Gesamtheit zugute kommen. Er selbst muß dafür wiederum durch die Arbeit seiner Mitmenschen erhalten werden. Worauf es also ankommt, das ist, daß für die Mitmenschen arbeiten und ein gewisses Einkommen erzielen zwei voneinander ganz getrennte Dinge seien."


Literatur:

* Rudolf Steiner: Geisteswissenschaft und soziale Frage. Drei Aufsätze, S. 34 - 35.
* Rudolf Steiner: Luzifer-Gnosis, aus GA 34 (1987), S 191 ff.


Weblinks:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,386396,00.html

http://www.welt.de/data/2005/12/08/814444.html

Von "http://wiki.anthroposophie.net/Grundeinkommen"

(Autor: Michael Heinen-Anders)

15. Dezember 2005 14:37  
Anonymous Anonym meinte...

es würde aber der entscheidende antriebsmotor fehlen, um innovative entwicklungen möglich zu machen.

17. Dezember 2005 18:35  
Anonymous Anonym meinte...

Ich meine, dass das Gegenteil der Fall wäre: Erfinder bräuchten sich nicht länger um ihr täglich Brot zu sorgen und könnten sich voll und ganz ihren Einfällen und Erfindungen widmen.

27. Dezember 2005 21:21  
Anonymous Anonym meinte...

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten: "wo kämen wir hin?" und keiner ginge um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir nur gingen?

Selten war die Aufgeschlossenheit innerhalb unserer Gesellschaft für dieses Thema größer, als heute, wo die alten Konzepte anmuten wie ein großes Hamsterrad. Worauf warten wir, auf die Politiker? Die verlören viele ihrer Kontrollmöglichkeiten. Und gerade die bauen sie doch gerade kräftig aus.(Hartz IV, Mautstellen, neue Gesundheitskarte,verplichtende Arztbesuche für Kinder usw.)

5. Januar 2006 22:24  
Anonymous Anonym meinte...

-möchte auch grundeinkommen
-würde weiterarbeiten, da keine abgaben mehr zahlen müsste ;)

vorsicht gehirnwäsche: "menschen arbeiten nur, wenn sie dazu gezwungen sind"
das ist quatsch, beispiele:
viele reiche menschen arbeiten VIEL, freiwillig
arme arbeiten, obwohl sie kaum mehr haben, als wenn sie die hängematte nutzen.
man sieht: der mensch, der 2 gesunde arme hat, will arbeiten.

13. Januar 2006 05:57  

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