Stand 17.06.2001

Stellungnahme zur Reportsendung
vom 11.7.2000:
Antisemitismus an Waldorfschulen -

nachgefragt”

In der Reportsendung vom 11.7.2000 wurde behauptet:

"Im Februar präsentierte REPORT Mainz einzelne Fälle rassistischer und antisemitischer Vorkommnisse an Waldorfschulen. Die Reaktion war heftig. Der Bund der Freien Waldorfschulen überzog uns mit einer Vielzahl von Gerichtsverfahren. Sämtliche Gegendarstellungsbegehren wurden abgewiesen, zwei Unterlassungsansprüche ebenfalls, ein Rechtsstreit läuft noch. Damit nicht genug."

Diese Darstellung ist tendenziös.

Unter der Webadresse des waldorfnet findet sich folgende Dokumentation (hier ein Auszug):

SWR setzt sich beim Landgericht nicht durch
Einstweilige Verfügung bleibt bestehen
"Unzulässige Verkürzung", "nicht den Tatsachen entsprechend" empörte sich Fritz Frey, Redaktionsleiter von "Report" Mainz, in einem Leserbrief an die ZEIT (Nr. 24), nachdem Sabine Etzold festgestellt hatte, dass an den Vorwürfen der "Report" Mainz Sendung bezüglich "Antisemitismus und Rassismus" an Waldorfschulen nichts dran ist ("Wandel unter Druck" in ZEIT Nr. 21). Frey: "Bisher hat kein deutsches Gericht Anstoß an unseren Recherchen genommen."

Die Freysche Aussage entspricht nicht den Tatsachen. Etwas weniger vornehm ausgedrückt: Frey lügt. Denn es gelang dem Bund der Waldorfschulen, eine vom SWR verbreitete Behauptung ("Jüdische Eltern nähmen vermehrt ihre Kinder von der Waldorfschule") vom Landgericht Frankfurt am 22. März 2000 untersagen zu lassen, mit einem bei Zuwiderhandlungen festzusetzenden Ordnungsgeld von bis zu DM 500.000.

Das weiß Frey ganz genau.

Am 29. Juni 2000 wurde der Widerspruch des SWR gegen die einstweilige Verfügung beim Landesgericht verhandelt und abgelehnt.
(...)
(ausführlich: siehe waldorfnet)

Man muß sich angesichts dieser – nur auszugsweise zitierten – Dokumentation des Verfahrens fragen, warum der SWR so tendenziös über diesen Teil der Auseinandersetzung berichtet.

Die Antwort auf die Frage fällt nicht schwer.

Die Berichterstattung erfolgt pro domo. Eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt wird für den Privatkrieg einiger entrüsteter Politsektierer missbraucht. Die Reportredaktion ist ein Fall für den Rundfunkrat, das Aufsichtsgremium über die öffentlich-rechtlichen Sender.

Wenn man sich klarmacht, wie viele Tausende von Kindern schon die Waldorfschulen durchlaufen haben und wieviele Zeugen die SWR-Redaktion für die Behauptungen Samuel Althofs beizubringen vermochte, sieht man die Relationen und erkennt, wie von der Report-Redaktion Einzelfälle aufgebauscht werden.

In der Reportsendung kam eine einzige ehemalige Waldorfschülerin zu Wort, die Folgendes sagte:

O-Ton:
"An den Waldorfschulen wird die jüdische Religion als eine überwundene Kulturepoche betrachtet, die in ihrer Zeit wichtig gewesen sein mag, weil sie im Reifungsprozess der Menschheit einen bestimmten Charakterzug zum Ausdruck gebracht hat, die aber abgelöst worden ist von dem als wertvoller erachteten Christentum. An der Waldorfschule wurde mir sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass ich als Jüdin falsch bin, dass ich Eigenschaften vertrete, die eigentlich an dieser Schule nicht gewünscht sind."

Die Haltung, die der Betroffenen entgegenkam ist nicht spezifisch für Waldorfschulen. Sie ist vielmehr spezifisch für die gesamte abendländisch-christliche Kultur und hätte von ihr ebenso an einer konfessionellen oder staatlichen Schule erlebt werden können. Schließlich betrachtet sich das Christentum traditionell als Vollendung der Verheissungen des Alten Testamentes.

Joel Berger von der Rabbinerkonferenz Deutschland bemerkte dazu:

O-Ton:
"Mir sind Fälle bekannt, in denen jüdische Kinder in einer Waldorfschule von einer Lehrperson negativ das Judentum benachteiligend, herabsetzend informiert wurden ..."

Im Klartext: ein (!) Lehrer an einer (!) Schule hat herabsetzend über das Judentum informiert. Sowohl Berger als auch dem Bund der Freien Waldorfschulen ist bekannt, daß die von Berger genannten bedauerlichen Vorfälle bereits zehn Jahre zurückliegen.

Es sei in diesem Zusammenhang an die Initiative von Frau Hecht-Galinski gegen die öffentliche Verunglimpfung von Waldorfschulen erinnert, die bis heute darauf wartet, daß sich bei ihr die Misshandelten und Diskriminierten melden.
(Siehe: waldorfnet)

Welch diskriminierende Behandlung Frau Galinski durch Samuel Althof zuteil wurde, kann man im waldorfnet nachlesen.
(Siehe: waldorfnet)

Welch diskriminierende Behandlung die Waldorfschulen durch die Reportredaktion und ihre Informanten erfahren, steht auf einem anderen Blatt. Warum denn dürfen in den Tendenzsendungen keine Sprecher der Waldorfbewegung oder des Bundes Stellung beziehen? Gilt nicht auch für den ausgewogenen Journalismus der Grundsatz: "audiatur et altera pars"?

Die Redaktion hat erneut den
Atlantismythos ausgegraben.

Waldorflehrer erzählen in der fünften oder sechsten Klasse ihren Schülern den Atlantismythos nicht, weil sie sie mit einer wissenschaftlichen Lehrmeinung indoktrinieren wollen.

Der Atlantismythos ist eine Erzählung, die im Zusammenhang mit dem Mythos von der Sintflut steht. Der Atlantismythos ist in den Unterricht über die Kulturepochen eingebettet, wenn er überhaupt erzählt wird. Hier sollte er die Funktion erfüllen, in den Kindern das Bewußtsein von der ehrwürdigen Geschichte der Menschheit zu wecken, der sie selbst angehören. Wenn die Klassenlehrer auf die Reihe der Hochkulturen, angefangen mit der altindischen Hochkultur über die persische, ägyptische usw. eingehen, dann soll in den Kindern das Bewußtsein geweckt werden, daß jede vergangene Kultur Bedeutendes zum Werden der Menschheit beigetragen hat, nicht nur etwa die europäische.

Insofern ist der Kulturepochenunterricht ein fundamentaler Beitrag zur Vorbeugung gegen jegliche Form von Rassismus.

Es ist auch unrichtig, wenn die Reportredaktion behauptet, Steiner
"beschreibt die Arier als die am höchsten entwickelte menschliche Rasse." Es ist klar, daß damit Öl in das Feuer der Antisemitismus-Pamphletisten geschüttet werden soll. Wer einigermassen zu einem Verständnis der betreffenden Auffassungen Steiners gelangt ist, kann nicht daran zweifeln, daß Steiner, wenn er von Ariern gesprochen hat, damit nicht eine bestimmte "Rasse" meinte, sondern einen Entwicklungszeitraum der gesamten Menschheit, nämlich den "nach-atlantischen" oder – weniger anstößig ausgedrückt – den nacheiszeitlichen. Zu diesem Entwicklungszeitraum haben alle Hochkulturen und auch die nicht als solche bezeichneten Kulturen das ihrige beigetragen.

Der Ausdruck
"arische Wurzelrasse", der verschiedentlich in frühen Steinertexten vorkommt, ist so zu verstehen: er bezieht sich nicht auf eine biologische oder anthropologische Rasse, sondern auf einen Entwicklungszeitraum und ist als solcher gleichwertig mit den Ausdrücken "lemurische Zeit", "atlantische Zeit" usw. - er verweist auf eine Epochengliederung der Menschheitsgeschichte.

Verständlicherweise wird man heute hellhörig, wenn man auf einen Text stößt, in dem von "Ariern" die Rede ist. Dieses von den Nazis und Antisemiten mißbrauchte Wort bezeichnet zunächst die Völker der indoeuropäischen Sprachfamilie. Das vor dem Mißbrauch allgemein verwendete Wort hat auch Rudolf Steiner verwendet.

Er zählte jedoch die semitischen Völker zu den Ariern. Sie sind, wie die gesamte nach-atlantische Menschheit aus den "Ursemiten" der Atlantis hervorgegangen. Die nach-atlantischen Semiten sind Abkömmlinge jener Ursemiten. Mehr noch, Steiner hielt die semitischen Völker für die Begründer und Pfleger der Kernkompetenz der indoeuropäischen Kulturen. Mit den Ursemiten begann für ihn die indoeuropäische Entwicklung, deren Denkstil die Grundlage der heutigen Weltkultur ist. Und in den Juden speziell sah er das Volk, das diesen Kulturimpuls am dezidiertesten und konsequentesten durch die Zeitalter trug und entsprechende Entwicklungen vor allem in den verschiedenen indoeuropäischen Kulturen anregte. Die Juden als die Arier schlechthin – deutlicher kann man zu den Antisemiten kaum in Opposition stehen.

Demnach hat Steiners Verwendung des Ausdrucks "Arier" nichts mit dem
Ariermythos zu tun, der im NS-Rassismus der Ausgrenzung angeblich "nicht-arischer" Menschen und der Rechtfertigung ihrer Vernichtung diente. Den entgegengesetzten Eindruck will die Reportredaktion wiederum vermitteln.

Durch die Kampagne der Reportredaktion wird eine Atmosphäre des pauschalen Verdachts und der kollektiven Verurteilung erzeugt, gegen die nur schwer etwas auszurichten ist.

Was hat man den Waldorflehrern vorzuwerfen? Daß sie ihren Schülern Mythen erzählen? Dann müßte man generell die Erzählung von Mythen verbieten, also auch die Erzählung des biblischen Schöpfungsmythos oder die Erzählung aller Evangelieninhalte.

Die Reportredaktion hat Ernst Uehlis 1936 erschienenes Buch über das
"Rätsel der Eiszeitkunst" entdeckt, und zitiert dessen bornierte Bemerkungen über "Neger", Indianer und Arier.

Nichts fällt heutigen Waldorflehrern leichter, als sich von diesen bornierten Bemerkungen zu distanzieren. Uehlis Buch ist weder ein Lesebuch für Kinder, noch ein Lehrbuch der Waldorfschulen, wie manche tendenziösen Medienberichte glauben machen wollen, denn an Waldorfschulen gibt es keinen Lehrbuchkanon. Vielmehr steht die Unterrichtsvorbereitung in der Verantwortung des einzelnen Lehrers.

Nachtrag, 21.07.2000.
Inzwischen hat die pädagogische Forschungsstelle des Bundes das Buch von Uehli aus der Liste der Literaturempfehlungen gestrichen.

Dennoch verlieren die folgenden Bemerkungen nicht ihre Berechtigung:


Nun will man alle Waldorflehrer und Anthroposophen wegen einiger Bemerkungen Uehlis aus dem Jahr 1936 in Sippenhaft nehmen und kollektiv zur Verantwortung ziehen. Die Reportredaktion will suggerieren, die Pädagogische Forschungsstelle des Bundes der Freien Waldorfschulen habe wegen der in der Sendung zitierten Äusserungen Uehlis dessen Buch auf die Liste der Literaturempfehlungen für Waldorflehrer gesetzt. Die Frage danach, was denn sonst noch in Uehlis Buch steht, wird gar nicht aufgeworfen oder was für Gründe sonst ausschlaggebend für die Literaturempfehlung gewesen sein mögen. Könnte es nicht sein, daß Uehli als Beispiel, wie man die Geschichte nicht behandeln soll, auf der Liste steht?

Wenn wir nach derselben Methode verfahren, wie die Report-Redaktion, dann muss das Neue Testament auf den Index der jugendgefährdenden Schriften gesetzt werden, denn dort wird gegen Juden und Pharisäer polemisiert.

Wenn man die Kriterien von
Peter Haupt, Staatssekretär im Bundesfamilienministerium und Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes zugrunde legen würde, müßte man noch ganz andere Bücher auf den Index der jugendgefährdenden Schriften setzen, zum Beispiel Bücher von Luther, der bekanntlich ein heftiger Antisemit war, Teile der Bibel, zum Beispiel das Matthäusevangelium wegen antijüdischer Ausfälle, Teile des Koran und anderer Hl. Schriften, Teile des Werkes von Hegel, der bekanntlich von "Negern" nicht viel hielt, Teile des Werkes von Goethe, überhaupt eine Fülle von Texten der Weltliteratur. Schließlich müßte man den Index selbt auch noch auf den Index setzen: schließlich versammelt er all die verbotenen Texte in einer leicht zugänglichen Übersicht.

Zum gelegentlichen Vorkommen des
Swastika (wohlgemerkt: nicht des NS-Hakenkreuzes) in Schulheften ist zu bemerken, daß dieses Zeichen ein religiöses Symbol von höchster Bedeutung in asiatischen Kulturen ist (in Indien, in Tibet, in Südostasien), das dem Kreuz des Christentums an Bedeutung in nichts nachsteht. Die Unterrichtsinhalte an Waldorfschulen, die auf das alte Indien eingehen, beziehen sich auf die Veden, die noch heute zu den heiligsten Texten des Hinduismus zählen.

Nach Steiners einschlägigen Darstellungen reicht die mündliche Überlieferung der
Vedenweisheit sogar noch vor das sechste Jahrtausend vor Christus zurück. Nach seinen Ausführungen über die alt-indische, von den Rishis begründete Kultur, muß diese in der Zeit zwischen dem 10. und dem 7. Jahrtausend v. Chr. angesiedelt werden. Natürlich hat diese Auffassung Steiners nichts mit der Mythologisierung der arischen Invasion in der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. durch die Rassentheoretiker des 19. und 20. Jahrhunderts zu tun.

Sollte in Erzählungen über die uralt-indische Kultur in Waldorfschulen vereinzelt das Swastika benutzt worden sein, dann hat dies nichts mit der Verwendung des Hakenkreuzes im Nationalsozialismus zu tun, vielmehr stellt das Swastika einen Inhalt der indischen Traditionen dar und wird als solcher historisch sachgemäß berücksichtigt, wie z.B. der Horusfalke der alten Ägypter oder der Apisstier im Rahmen der Darstellungen zur ägyptischen Kultur. Man könnte im gleichen Stil den Waldorfschulen heidnischen Götzendienst vorwerfen, weil sich in Schulheften Zeichnungen von Apisstieren oder Horusfalken finden. Im Rahmen der Behandlung der geschichtlichen Hochkulturen erfährt auch die Kultur, auf die die Veden verweisen, berechtigterweise ihre Darstellung.

Die
Encyclopedia Brittanica schreibt über die Verwendung des Swastika:

"In Indien ist das Swastika bis heute das am häufigsten gebrauchte glückverheissende Symbol der Hindus, Jainas und Buddhisten. Für die Jainas ist es das Zeichen ihres siebenten Tirthankara (Heiligen), von dem es heisst, es erinnere seinen Verehrer durch seine vier Arme an die vier möglichen Orte der Wiedergeburt: in der tierischen oder pflanzlichen Welt, auf der Erde oder in der Welt der Götter.

Die Hindus wie auch die Jainas benutzen das Swastika um die Anfangsseiten ihrer Geschäftsbücher, um Schwellen, Tore und Opfergaben zu markieren.
Deutlich wird das im Uhrzeigersinn (rechtshändiges Swastika) vom gegen den Uhrzeigersinn (linkshändiges Swastika, eigentlich Sauwastika) drehenden Swastika unterschieden. Das rechtshändige Swastika wird als Sonnensymbol betrachtet und imitiert mit der Drehung seiner Arme den täglichen Lauf der Sonne, die in der nördlichen Hemisphäre vom Osten in den Westen wandert. Das linkshändige Swastika steht dagegen eher für die Nacht, die schreckliche Gottheit Kali und magische Praktiken.

In der buddhistischen Tradition symbolisiert das Swastika den Fuß oder die Fußstapfen Buddhas. Es wird häufig an den Anfang und an das Ende von Inschriften gesetzt. Moderne tibetische Buddhisten benutzen es als Schmuckmuster für ihre Bekleidung. Mit der Verbreitung des Buddhismus wanderte das Swastika in die chinesische und japanische Ikonographie, in der es benutzt wurde um damit Vielfalt, Überfluss, Reichtum und langes Leben zu symbolisieren.

Das Swastika findet sich aber auch in anderen Kulturen: Es war ein bevorzugtes Zeichen des alten mesopotamischen Münzwesen. In Skandinavien war das linkshändige Swastika Symbol für Thors Hammer. In der frühen christlichen und byzantinischen Kunst erscheint es ebenso ... wie in Süd- und Zentralamerika (bei den Maya) und in Nordamerika besonders bei den Navajo. "

Für die religiösen Traditionen, die an die Veden anknüpfen, hat das Swastika als Symbol zentrale Bedeutung. Es ist aber auch für den Buddhismus zentral: hier kommen ihm, neben den bereits erwähnten, auch noch andere Bedeutungen zu. Es symbolisiert das samsara, den ewigen Kreislauf der Wiedergeburt, das Stirb und Werde, dem alles Irdische unterworfen ist. Es ist darüber hinaus ein Symbol dessen, der den Kreislauf der Wiedergeburt überwunden hat, d.h. ein Symbol für Buddha bzw. die Buddhanatur, die jedem Menschen erreichbar ist, wenn er den edlen, achtfachen Pfad beschreitet. Eine Behandlung dieser Inhalte ist nicht unhistorisch, ebenso wenig wie eine Behandlung der mesopotamischen Flusstalkulturen oder des alten Ägypten mit seinem pharaonischen Gottkönigtum.

Will man im Stile der Reportredaktion in Zukunft alle in Deutschland lebenden
Hindus, Jainas und Buddhisten, die sich des Swastika als eines religiösen Symbols bedienen, als Vorläufer des NS oder als Neonazis denunzieren?

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts und die fatale Rolle des NS erfahren ebenso wie die kommunistischen totalitären Systeme im Geschichtsunterricht der Oberstufe an allen Waldorfschulen ihre angemessene Darstellung.

Darüber hinaus muß betont werden, daß die Absicht der Behandlung vorchristlicher Kulturen in der Unterstufe nicht in der Indoktrination der Schüler mit einer wissenschaftlichen Lehrmeinung besteht, sondern in der Grundlegung eines Lebensgefühls, das die nicht-europäische Menschheit als gleichwertigen Teil der gesamten Menschheitskultur betrachtet.

Indem die verschiedenen Beiträge der Hochkulturen zum Geschichtsgang der Menschheit behandelt werden, bauen die Waldorfschulen
bereits in der Unterstufe einer Abwertung nichteuropäischer Kulturen vor und pflegen das Bewußtsein in den Schülern, daß alle Menschen am Kultur- und Friedenswerk der Menschheit mitgebaut haben und weiter mitbauen.

Michael S. Schild

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