| > themen > rassismusdebatte > nationalsozialistische gegner der anthroposophie Gutachten der Nationalsozialisten über die Anthroposophie 1935 und 1936 Anthroposophie extrem rassefeindlich: Sie befreit den Geist aus der Rasse. Wie absurd die aus heutiger Sicht vorgebrachten Unterstellungen einer angeblich rassistischen Einstellung Steiners und der Anthroposophie sind (bezogen auf Äußerungen, die anfangs der zwanziger Jahre und noch früher datieren), zeigt die völlig entgegengesetzte Beurteilung durch die Nationalsozialisten. Diese kamen zu einer klar treffenden Bewertung der Frage, ob die Anthroposophie "rassismusfähig oder "rassismuskompatibel sei. Der Religionswissenschaftler Jakob Wilhelm Hauer schrieb 1935 für den SD folgendes: "Ich halte die anthroposophische Weltanschauung, die in jeder Beziehung international und pazifistisch eingestellt ist, für schlechthin unvereinbar mit der nationalsozialistischen. Die nationalsozialistische Weltanschauung baut sich auf auf dem Gedanken von Blut, Rasse, Volk und dann auf der Idee vom totalen Staat. Gerade diese zwei Grundpfeiler der nationalsozialistischen Weltanschauung und des Dritten Reiches werden von der Weltanschauung der Anthroposophie verneint. [...] Jede Untersuchung und Betätigung der Anthroposophie entspringt der anthroposophischen Weltanschauung mit Notwendigkeit. Darum bedeuten Schulen, die auf anthroposophischer Weltanschauung aufgebaut, von Anthroposophen betreut werden, eine Gefahr für echte deutsche Bildung [...]." 1) Oder ein anderer äußerst luzider Bericht, was die Wesenserkenntnis der Anthroposophie angeht des SD-Hauptamtes der Nationalsozialisten vom Mai 1936: "Durch das Festhalten der anthroposophischen »Geisteswissenschaften« an diesem, alten Geist-Begriff gehört die Anthroposophie der Epoche abendländischen Denkens an, die einem neuen rassisch-völkischen, das Leben und den Menschen als leiblich-geistige Ganzheit wertenden Denken gegenüber um ihren Fortbestand ringt. Auch die Anthroposophie löst den Geist aus seiner Verbindung mit der Rasse und dem Volk und verdammt das Rassische und Völkische in eine niedere Sphäre der Primitivität, des Instinkts, des durch den Geist zu überwindenden Triebs, der Vorzeitlichkeit. Sie erweist damit ihre Verflechtung mit den Hauptströmungen der bisherigen europäischen Geistesgeschichte, vor allem der Aufklärung, dem deutschen Idealismus und dem Liberalismus des vergangenen Jahrhunderts. In ihr ist die Geisteshaltung der französischen Revolution, das Humanitätsideal der Freimaurerei, aus der die Theosophie als die Mutterorganisation der Anthroposophie entstand, lebendig geblieben. Sie vermischt sich dann wie die Freimaurerei und Theosophie mit orientalischer Mystik, Okkultismus und Spiritismus, die in breiter Front, etwa in Form der Geheimlehren der Kabbala, über Europa hereinbrachen ... Diese weltanschaulichen Grundlagen bewirkten, daß die Anthroposophie in verhängnisvoller Weise allen anti-völkischen und anti-nationalen, überstaatlichen, pazifistischen und insbesondere jüdischen Einflüssen offengestanden hat ... 2) So verquer die abschließende Verurteilung der Anthroposophie vom rassistischen Standpunkt der Nationalsozialisten aus auch erscheinen mag, so erscheinen die wahren Rassisten erstaunlich hellsichtig, was die Unvereinbarkeit des Rassismus mit der Anthroposophie angeht. Um so erstaunlicher ist es, daß die gegenwärtigen Antifaschisten und Antirassisten sich so außerordentlich blind gegenüber dem Wesen der Anthroposophie erweisen. Ob sich in dieser Erkenntnisverweigerung wohl ein Wesen ausspricht? Michael S. Schild Anmerkungen: 1) Jakob Wilhelm Hauer an den Sicherheitsdienst RFSS, Oberabschnitt Süd-West, Stuttgart, vom 7. Februar 1935. BAD R 4901-3285. Hauer 2) Bericht des SD-Hauptamtes Berlin über "Anthroposophie vom Mai 1936, BAD Z/B I 904.
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