Rudolf Steiner und der
Kampf gegen den Rassismus
Es handelt sich um einen der Redaktion
von «Der Europäer» überlassenen
grundlegenden Text zur aktuellen Kontroverse, der nur im
Internet wiedergegeben wird. Fassung vom 26. Oktober
2000.
Wir leben in einer Kultur, in welcher der Rassismus
zurecht geächtet ist. Jemand, der Mitmenschen aufgrund
ihrer Rasse diskriminiert, wird für unmöglich
gehalten. Wir finden auch, dass das Opfer einer
Rassendiskriminierung durch diese tief verletzt wird. Nicht
nur Handlungen, schon verbale Äußerungen
über Rassen und Merkmale von Rassen können
verletzend wirken. Das führt dazu, dass manchmal
vermieden wird, überhaupt die Rassenzugehörigkeit
von Menschen auszusprechen. Es gibt Menschen heute, die
schon das Einteilen von Menschen in Rassen diskriminierend
finden.
Es gibt gewichtige und ernste Gründe für diese
antirassistische Haltung. Der schlimmste Sündenfall der
Menschheit im 20. Jahrhundert, der versuchte Völkermord
am Judentum unter dem Nationalsozialismus in Deutschland,
ging aus einem rabiaten Rassismus hervor. Die kolonialen
Befreiungskriege des 20. Jahrhunderts überwanden einen
Imperialismus, der oft auch mit rassistischen
Begründungen gerechtfertigt worden war. Auch die
großen Erfolge bei der Überwindung der
Diskriminierung der Schwarzen in den USA wurden als
Fortschritt erlebt und als Verbesserung der amerikanischen
Gesellschaft im Sinne ihrer Ideale der Freiheit und
Gleichheit.
Diese antirassistische Haltung ist also eigentlich
selbstverständlich unter zivilisierten Menschen der
Gegenwart. Trotzdem haben wir ein großes Problem mit
Rassismus. Die Neonazis sind präsent in Deutschland,
und sie werden stärker. Auch in allen anderen
westlichen Industrieländern gibt es rassistisch
eingestellte Menschen und politische Parteien. Nehmen wir
noch Antisemitismus, chauvinistischer Nationalismus und
religiöse Intoleranz als verwandte Geisteshaltungen
hinzu: wenn wir nach Osteuropa schauen, sehen wir, dass noch
viel größere Teile der Gesellschaft von ihnen
bestimmt werden. Im ehemaligen Jugoslawien, in Kroatien,
Bosnien und Kosovo, hat der Völkerhass zu einem fast 10
Jahre währenden Bürgerkrieg geführt. Wenn wir
auf die Krisenherde der Welt schauen: Nordirland, der Nahe
Osten, Tschetschenien, Ost-Timor - und auf die
nichteuropäischen Kulturen, die islamische Welt,
Afrika, Indien u.a. - dann ist es sicher nicht
übertrieben zu sagen, dass für einen
Großteil der Weltbevölkerung ein rassistisches
oder chauvinistisches Moment bestimmend ist für ihr
Weltbild.
Rassismus und Nationalismus sind zur Hauptursache
für Konflikte geworden nach dem Ende des Kalten
Krieges, nach dem Wegfall des ideologischen Gegensatzes
Kommunismus-Kapitalismus.
Rassismus und Nationalismus negieren den Wert des
Individuums. Warum sind sie so verführerisch für
die Menschen? Kann man für die Menschenrechte in einer
Gesellschaft argumentieren, die von den Idealen der
Aufklärung nie berührt wurde?
Dürfen wir von unserer Insel des unbegrenzten
Wohlstands aus den Menschen predigen, dass sie
«tolerant» sein müssen, wenn sie ganz andere
Sorgen haben? Was haben wir für Freiheit und Toleranz
geopfert?
Mein Fazit ist: wir erreichen die Rassisten und
Chauvinisten mit unseren Argumenten nicht, und wir verstehen
sie auch überhaupt nicht. Es ist bitter nötig,
dass die internationalen Truppen in Bosnien und im Kosovo
sind, damit das Morden aufhört und der
äußerliche Friede gewahrt wird; aber niemand
zweifelt daran, dass der Nationalismus bei den
entsprechenden Menschen immer noch genauso lebt, und die
Gewalt sofort wieder aufflammen würde, wenn die Truppen
weg wären.
Rassismus und Nationalismus ist das Problem der
Gegenwart. Dass wir alle so empfindlich auf - vermuteten
oder echten - Rassismus reagieren, ist ein Zeichen
dafür. Und wir brauchen alle Kräfte, um den
Rassismus zu bekämpfen.
Nun scheint ein Neuer sich in die Riege der Rassisten
einzureihen: Rudolf Steiner.
Er hat Äußerungen getan, über Neger,
Indianer, das Judentum, die teilweise schlimm klingen.
Steiner lebte in der Zeit vor dem Nationalsozialismus, er
ist ja 1925 gestorben. Schon in dieser Zeit war es nicht
unüblich, über Rassen zu sprechen und sie zu
charakterisieren. Hat Steiner rassistische Vorurteile seiner
Zeit übernommen und als Teil seiner Lehre
verkündet? Hatte er selbst, vielleicht sogar unbewusst,
rassistische Vorurteile? Warum weigern sich Anthroposophen
heute, sich von Steiners Äußerungen über
Rassen zu distanzieren? Drückt sich darin nicht ein
unfreies Verhältnis gegenüber einem
«Guru» aus?
Ich denke, dass sich diese Fragen wie
naturgemäß einem Außenstehenden ergeben.
Auf diese Fragen gibt es Antworten aus der Anthroposophie
heraus, die aber zusammenhängend dargestellt werden
müssen. Dazu möchte ich in diesem Aufsatz einen
Beitrag leisten.
Wenn im Folgenden Gedanken Steiners referiert werden,
geschieht das nicht mit der Absicht, sie als
«Wahrheit» hinzustellen. Steiner erhebt den
Anspruch, Wissenschaftler zu sein, Wissenschaftler des
Geistes, der die Methode der Naturwissenschaft auf diesem
Gebiet weiterentwickelt. Wenn wir ihm Gerechtigkeit
widerfahren lassen wollen, müssen wir zunächst
neutral zur Kenntnis nehmen, was er sagt. Es geht nur darum,
ihn zu verstehen, nicht seine Aussagen von vorneherein
für wahr zu halten. «Immanent-kritisch»
heißt die Methode: zuerst muss ich den Autor immanent,
seinem eigenen Anspruch gemäß verstehen, ohne ihn
von vornherein an einem fremden Maßstab zu messen;
erst nachdem ich ihn verstanden habe, ist es sinnvoll und
gerechtfertigt, ihn zu kritisieren, wobei es auch nur
zulässig ist, ihn an seinen eigenen
Maßstäben zu messen. (Dieses Vorgehen ist nicht
nur Steiner, sondern jedem Autor gegenüber geboten.)
Welchen Charakter haben Steiners Mitteilungen?
Steiners Werk hat einen ungeheuren Umfang. Der Kern, das
Wesentliche, was er zu sagen hat, sind die ca. 25
Bücher, die er geschrieben hat. Daneben gibt es ca. 330
Bände von Vortragsmitschriften, die interessante
Ergänzungen bringen, aber oft nicht von ihm korrigiert
wurden. Bei vielen Vortragszyklen, vor allem der
späteren Jahre, wo Berufsstenographen eingesetzt
wurden, kann man aber davon ausgehen, dass die Wortlaute
zuverlässig überliefert sind.
Alles, was er vorbringt, sagt Steiner, bis in die
kleinste Einzelheit, hat er selber geistig erforscht. Er hat
nichts aus einer Tradition übernommen. Sein Forschen
beruhte auf hellseherischer Fähigkeit; er war ein
«Eingeweihter» in geheimes Wissen, das bisher der
allgemeinen Menschheit vorenthalten worden war. Nun, Anfang
des 20. Jahrhunderts, ist aber die Zeit gekommen, dass
dieses Wissen öffentlich werden soll. Eines seiner
Bücher heißt auch Die Geheimwissenschaft im
Umriss (Gesamtausgabe, Bibl.-Nr. 13).
Prinzipiell kann jeder Mensch auf diese Weise geistig
forschen - ein anderes Werk heißt Wie erlangt man
Erkenntnisse der höheren Welten? (GA 10) - aber
dazu ist in der Regel eine lange Schulung notwendig.
Zunächst sind wir gegenüber einem Großteil
von Steiners Werk in einer solchen Lage, dass wir die
Mitteilungen über seine geistigen Forschungen nur
aufnehmen können, ohne sie durch eigenes
Erkennen nachprüfen zu können. Das heißt,
wir müssen uns unbedingt auf seinen Wortlaut verlassen
können. Steiner sagt auch, dass der Eingeweihte sich
einer ungeheuer großen Verantwortung unterzieht, die
geistigen Tatsachen sachgemäß darzustellen. Es
macht große Mühe, diese Tatsachen in unsere
Sprache, die an die physisch-sinnliche Welt angepasst ist,
zu übersetzen. In einem Fall musste er 33 Jahre warten,
bis er die richtige Sprache fand, um einen geistig
erforschten Sachverhalt darzustellen!
Dies ist der Hintergrund des Umstandes, dass ein
Anthroposoph nie davon ausgehen wird, dass Steiner in einem
öffentlichen Vortrag etwas Unbedachtes oder
Fehlerhaftes ausgesprochen oder nur ein allgemeines
Ressentiment zum Ausdruck gebracht haben wird. Sein Anspruch
steht turmhoch darüber. Das soll nicht heißen,
dass Steiner ein «Übermensch» war, der sich
nie irrte; es heißt nur, dass er als Eingeweihter, im
Bewusstsein seiner Verantwortung für die Darstellung
der Geheimwissenschaft, in der Öffentlichkeit nie eine
Erkenntnis äußerte, die nicht absolut sicher war.
Dasselbe gilt für alle anderen Äußerungen
gegenüber nichteingeweihten Menschen. Und man muss sich
im Klaren sein, dass, wenn man diesen Anspruch in Frage
stellt, man damit die gesamte Anthroposophie in Frage
stellt: denn wenn es irgendwo «unsichere» oder
«entgleiste» Äußerungen Steiners gibt,
sind damit prinzipiell die anderen geisteswissenschaftlichen
Angaben auch in Frage gestellt; wir können sie ja
vorläufig nicht aus eigener Erkenntnis
überprüfen!
Ein kritischer Leser Steiners wird trotzdem immer die
Möglichkeit einräumen, dass er sich geirrt hat
oder dass er uns täuschen könnte: Ich werde der
Erste sein, der das anerkennt, wenn man mir einen Irrtum
nachweist. Die vorangehenden Ausführungen sollen aber
zeigen, dass man diese Möglichkeit nicht so schnell
annehmen darf, wenn man Steiners eigenem Anspruch gerecht
werden will; vorher muss ich mich intensiv fragen: habe
ich wirklich verstanden, was Steiner aussagt? Deshalb
fordert der Anthroposoph auch vom Gegner, dass er sich
ernsthaft mit Steiner auseinandersetzt.
Aus diesem Grund müssen wir uns aber auch mit voller
Härte - «brutalstmöglich» - den
Äußerungen zu den Rassen stellen.
Diese sind ebenfalls Äußerungen, die Steiner
vollbewusst und absichtlich getan hat. Warum?
Der Stellenwert des Themas «Rassen» im Werke
Steiners
Das Thema «Rassen» nimmt eine sehr
untergeordnete Stellung ein im Gesamtwerk Steiners. Viel
wichtiger ist ihm die Entwicklung der Gesamtmenschheit, d.h.
in der Gegenwart: des Individuums. Steiners Ansicht
über das menschliche Individuum ist wesentlich, um
seine Haltung zu den Menschenrassen zu verstehen. Deswegen
werde ich zuerst diese Ansicht erläutern.
Die Menschheit hat sich, laut Steiner, im Laufe einer
langen Zeit von einem rein geistigen Daseinszustand hin zu
einer immer stärkeren Verbindung mit der materiellen
Welt (die sich erst mit dem Menschen entwickelte)
bewegt. Dabei war sie in einer geistigen Welt eingebettet,
die höhere Wesen enthielt, welche die Menschen
begleiteten und führten. Das heißt, dass die
Menschen auch nicht das helle Tagesbewusstsein hatten, das
wir heute besitzen; ihr Bewusstsein war traumartig. In
hellseherischer Weise konnten sie die höheren geistigen
Wesen wahrnehmen; gleichzeitig konnten sie sich aber ihrer
Führung nicht entziehen; durch das Eingebundensein
waren die Menschen unselbständig.
Die Menschheit hat sich immer stärker mit der
Materie verbunden. Dadurch verschwand das hellseherische,
träumende Bewusstsein. Das logische Denken entwickelte
sich, in der Auseinandersetzung mit der materiellen Welt.
Dieses Abschneiden von der geistigen Welt war eine
notwendige Vorbedingung für das Selbständigwerden
der Menschheit, dafür, dass sie die Freiheit
erlangen konnte. Das Erlangen der Freiheit ist die
wichtigste Aufgabe der Menschheit, weil der Mensch sich erst
dadurch vervollkommnet.
Der Höhepunkt des Materialismus, auch als
Weltanschauung, lag im 19. Jahrhundert. Seither ist die
Entwicklung weitergegangen. Die Menschheit ist dazu
veranlagt, sich neu zum Geistigen wieder hinaufzuentwickeln,
aber mit einem entscheidenden Unterschied: sie muss es aus
eigenem Antrieb, aus Freiheit tun. Es gibt keine geistige
Führung mehr. Alles, was nun geschieht, muss der Mensch
selber in Gang setzen.1 Er soll
in Freiheit die geistige Welt wiedererringen, die er in
Unfreiheit schon einmal durchlebt hat, und dabei das helle
Tagesbewusstsein, das er in der materiellen Welt erlangt
hat, mitnehmen.
An diesem Wendepunkt, zur Ermöglichung der
menschlichen Freiheit auf diesem Gebiet, tritt ein
Entscheidendes auf: das «okkulte», d.h. verborgene
Wissen über die Entwicklungsgesetze der Menschheit, das
bisher die Menschheit begleitet hat und in
«Geheimschulen» gepflegt wurde, welche aber nur
Einzelnen durch «Einweihung» zugänglich
waren, wird nun veröffentlicht, so dass jeder Mensch
sie kennen kann. Wenn der Mensch zur Mitarbeit an der
Weiterentwicklung der Menschheit aufgerufen ist, muss er
auch die Verantwortung kennen, die ihm obliegt. Dieses
bisher verborgene, nun veröffentlichte Wissen ist in
der Anthroposophie gegeben, welche durch den Eingeweihten
Rudolf Steiner vermittelt wurde.
Es gab drei Erkenntnisse der materialistischen
Wissenschaft, sagt Steiner, die Voraussetzung dafür
waren, dass die Anthroposophie veröffentlicht werden
durfte. Sie wurden alle im 19. Jahrhundert erlangt:
1. Die Entdeckung der Spektralanalyse, wodurch die
materielle Konstitution des Kosmos an den Tag kam.
2. Die Einführung der materiellen Evolution in die
Wissenschaft vom Organischen..
3. Die Erkenntnis der Tatsache eines anderen als des
gewöhnlichen Bewusstseinszustandes durch die
Anerkennung des Hypnotismus und der Suggestion.2
Hier sieht man, dass die Anthroposophie die
materialistische Naturwissenschaft nicht als
«Gegner», sondern als Verbündeter auf dem Weg
der Erweiterung des menschlichen Bewusstseins betrachtet. In
dieser Naturwissenschaft drückt sich die
zeitgemäße Bewusstseinshaltung aus. Nur wenn man
das Gebiet der Tatsachen verlässt und auf den
Materialismus gründende Hypothesen ausspinnt, über
die Entstehung des Kosmos, des Lebens und dgl., geht man in
die Irre. Hier gibt die anthroposophische
Geisteswissenschaft die sachgemäße
Ergänzung.
Das menschliche Individuum und das Denken
Der Mensch, sagt Steiner, muss heute frei werden. Das
kann er nur durch eigene Tätigkeit, nicht, indem er
einem «Guru» folgt. Auf diesem Hintergrund
erscheint es paradox, dass die Anthroposophie aus
Mitteilungen über geistige Tatsachen besteht, die der
Leser zunächst nicht durch eigene Erkenntnis
nachprüfen kann.
Dazu muss bemerkt werden, dass nicht die gesamte
Anthroposophie aus solchen Mitteilungen besteht. Steiners
Werke vor 1900 knüpfen an die damalige
wissenschaftliche Diskussion an und machen keinerlei
«übersinnlichen» Voraussetzungen. Er hat
sogar eine Erkenntnistheorie geschrieben, die
ausdrücklich von der Voraussetzungslosigkeit
ausgeht.3 Trotzdem
ist der Inhalt dieser Werke vollgültige
Anthroposophie.4 Der
Leser kann aber alle geschilderten Beobachtungen und
Begriffsverbindungen selbst vollziehen und
nachprüfen. Er wird dadurch zur Anschauung seiner
eigenen geistigen Tätigkeit geführt. Diese
Geisttätigkeit, die schon im Alltagsbewusstsein
vorhanden ist, ist das Denken. Diese
Denktätigkeit ist, durch die Bildung der
Handlungsmotive, auch die Voraussetzung für menschliche
Freiheit.
Die Weiterentwicklung der eigenen Denkfähigkeit ist
heute das beste und sicherste Mittel für das
menschliche Individuum, sich selbst weiterzuentwickeln,
selbständig zu werden und geistig in der Welt zu
wirken. Es entwickelt sein Allgemeinmenschliches, und macht
sich dadurch frei von eventuellen Prägungen durch
Volks- und Rassenzugehörigkeit oder durch sein
Geschlecht. Es braucht diese Prägungen nicht abzulehnen
oder abzuwerten; es kann sie alle als besondere
Ausprägungen des allgemeinen Menschseins schätzen
lernen; aber für die Frage der Freiheit ist es
natürlich ein grundsätzlicher Unterschied, ob es
unbewusst diesen Einflüssen unterliegt, oder durch
Erkenntnis derselben sich ihnen gegenüberstellen kann
und sie in Freiheit akzeptieren - oder auch
überwinden.5 Diese
Bewusstseinshaltung ist die Kulturhöhe zu welcher die
Menschheit, der Veranlagung nach, heute fähig ist. Zu
diesem Ziel will auch die Anthroposophie hinführen. Und
dies ist Steiners Maßstab, wenn er von
«höheren» oder «niederen»
Kulturstufen spricht.
Diese Denkfähigkeit fand Steiner am stärksten
in der Philosophie des deutschen Idealismus (ca. 1790-1830)
vorgebildet. Für diese Philosophie war das «Denken
des Denkens» eine Hauptaufgabe. Dabei hat Johann
Gottlieb Fichte vor allem die Tätigkeitsseite des
Denkens gesehen, G.W.F. Hegel vorwiegend die Inhaltsseite.
Das volle Erleben des sinnlichkeitsfreien Denkens beinhaltet
beide Aspekte.
Das sogenannte «Verstandesdenken», das
sich an der physischen Gegenstandswelt orientiert, hält
die Begriffe als einzelne in ihrer Getrenntheit fest; sie
heißt auch «analytisch». Sie ist die
Voraussetzung für das
«Vernunftdenken», das sich von der
Gegenstandswelt befreit und die Begriffe rein ihrem eigenen
Inhalt nach denkt. Dieses Denken hat zusätzlich eine
«synthetische» (vereinigende) Komponente. Dabei
zeigt sich, dass die Begriffe «lebendig» werden,
sie entwickeln sich, sie verwandeln sich ineinander - aber
ohne ihre Identität aufzugeben! Dieser
«Begriffskosmos», diese eigenartig bewegte, aber
gleichzeitig in sich ruhende Welt ist eine erste abstrakte
Form, in welcher die geistige Welt sich zeigt. Jedermann hat
wohl , zumindest dem Namen nach, von der Dialektik
bei Hegel gehört: sie ist das Bewegungsprinzip
dieser Welt. Die Darstellung dieser Welt ist der Inhalt von
Hegels «Wissenschaft der Logik».
Man muss aber nicht zum Philosophen werden, um im Sinne
der Anthroposophie sich zeitgemäß zu entwickeln.
Steiner schätzte auch Goethe sehr, der von sich sagte:
«Mein Kind, ich habe es gut gemacht,
Habe nie über das Denken nachgedacht.»
Bei Goethe hob Steiner die wissenschaftlichen Arbeiten
hervor: die Farbenlehre und die Pflanzenmetamorphose. Sie
zeigten beispielhaft, wie die Naturwissenschaft in
geistgemäßer Weise heute weitergeführt
werden kann.
Man kann sich auf vielerlei andere Weise der
Anthroposophie nähern, auch indem man die
späteren, im theosophischen Stil gehaltenen
Mitteilungen Steiners aufnimmt und mit dem von ihm so
genannten «gesunden Wahrheitsempfinden»
überprüft. Nur ist das nicht die im strengen Sinne
wissenschaftliche Herangehensweise, wie sie der Weg
über die frühen philosophischen Schriften
darstellt. Und es ist sicher wichtig für den kritischen
Zeitgenossen zu wissen, dass es diesen Weg gibt.
Aussagen zu Rassen und Judentum
Die Kenntnis des bisher Entwickelten halte ich für
unabdingbar, wenn man die Aussagen Steiners zu Rassen
sachgemäß, d.h. unter Berücksichtigung
seines eigenen Anspruchs in seinem Werk, beurteilen will.
Nochmals sei gesagt: die dargestellten Inhalte sollen nicht
als unumstößliche Wahrheiten gelten, sondern nur
zur Kenntnis gegeben werden, damit der Leser
versteht, wie Steiner seine Äußerungen
über Rassen meint.
Sie sind alle, ob über Neger, Europäer,
Indianer oder wen auch immer, ganz wörtlich gemeint.
Sie sind immer das Ergebnis der geistigen Erforschung von
Rassen- und Volksgeistern, niemals Schlussfolgerungen aus
physischen Eigenschaften. Wenn sie auch manchmal eigenartig
klingen: das ist eben Geisteswissenschaft - manchmal sehr
«anders». Wissenschaft ist immer eine Frage der
Methode, niemals die Frage des Inhaltes, der auftauchen
«darf» oder nicht.
Das Wichtigste: die Äußerungen sind niemals
diskriminierend gemeint, denn nie wird der einzelne Neger,
Europäer oder Indianer mit seiner Rasse
identifiziert. Die Rasse ist eine dem Menschen
äußerliche Eigenschaft, die seinen Körper
betrifft, die ihn beeinflussen kann, zu welcher sich jeder
Mensch aber, der Möglichkeit nach, frei stellen kann,
so wie es oben ausgeführt worden ist. Dieser
Hintergrund muss berücksichtigt werden, denn es ist ein
wesentlicher Unterschied, ob ein Satz über eine Rasse
von Adolf Hitler oder von einem modernen Neonazi oder von
Rudolf Steiner ausgesprochen wird. Nur wenn man die
allgemeine Haltung des Menschen kennt, weiß man, wie
der Satz gemeint ist.
Ich halte den Vorwurf des Rassismus, wie er heutzutage
meist erhoben wird, für viel zu undifferenziert und
grob. Wenn jemand mit einer Äußerung über
eine Rasse beleidigen oder diskriminieren will, dann ist der
Fall klar. Meist wird der Vorwurf «Rassist» aber
schon erhoben, wenn jemand es wagt, überhaupt irgend
etwas über eine Rasse zu sagen. Das Thema wird zum
Tabu erklärt. Dabei ist es ja offensichtlich, dass es
Menschenrassen gibt. Wir haben die umgekehrte Situation wie
im Märchen von des Kaisers neuen Kleidern: es
müssen nicht die Kleider gepriesen werden, während
der Kaiser in Wirklichkeit nackt ist; sondern die
Rassenunterschiede, die auf der Hand liegen, müssen
verschwiegen werden. Diese rabiate Haltung gegenüber
allen, die es wagen, das Thema anzurühren, führt
letztlich zu einem Denkverbot auf diesem Feld. Und sie
führt dazu, dass der hochmoralisch sich fühlende
Anti-Rassist keinen mehr versteht, weder den
Rassenwissenschaftler noch den vorurteilsbeladenen echten
Rassisten. Wenn er ein Wirklichkeitsgebiet leugnet, kann er
nicht erwarten, von anderen ernstgenommen zu werden; und zu
Konfliktlösungen auf diesem Felde kann er nichts
beitragen, außer wirkungslosen Toleranzappellen. Das
ist «political correctness» in seiner
schädlichsten Form.
Der Rassist kommt zu seiner Haltung auf der Grundlage von
Wirklichkeitswahrnehmungen, auch wenn seine Ansichten
vielleicht völlig verdreht oder korrumpiert sind; man
kommt aber doch nur weiter, wenn man diese Ansichten
zurechtrückt, nicht, indem man sich entrüstet
abwendet.
Eine Steiner-Aussage über «Arier»
Ich kann jetzt natürlich nicht die Fülle der
Steiner-Zitate über die Rassen behandeln, hoffe aber,
die notwendigen Gesichtspunkte gegeben zu haben, um sie
sachgemäß zu beurteilen. Ich will aber doch noch
zwei Passagen besprechen, die mir wichtig und beispielhaft
erscheinen.
In seinem Werk Aus der Akasha-Chronik bespricht
Steiner die vergangene Entwicklung und die künftigen
Perspektiven der Menschheit und der Erde. Es vereinigt
Aufsätze aus den Jahren 1904-1908. Manche Passagen
haben Anstoß erregt, z.B. auch weil er theosophische
Termini wie «Wurzelrassen» und
«Unterrassen» benutzt, um Phasen der
Menschheitsentwicklung zu bezeichnen. Eine solche Passage
lautet:
«Die Vorfahren der Atlantier wohnten auf einem
verschwundenen Landesteil, dessen Hauptgebiet südlich
vom heutigen Asien lag. Man nennt sie in theosophischen
Schriften die Lemurier. Nachdem diese durch verschiedene
Entwickelungsstufen durchgegangen waren, kam der
größte Teil in Verfall. Er wurde zu
verkümmerten Menschen, deren Nachkommen heute noch als
sogenannte wilde Völker gewisse Teile der Erde
bewohnen. Nur ein kleiner Teil der lemurischen Menschheit
war zur Fortentwickelung fähig. Aus diesen bildeten
sich die Atlantier. -Auch später fand wieder etwas
ähnliches statt. Die größte Masse der
atlantischen Bevölkerung kam in Verfall, und von einem
kleinen Teil stammen die sogenannten Arier ab, zu denen
unsere gegenwärtige Kulturmenschheit gehört.
Lemurier, Atlantier und Arier sind,
nach der Benennung der Geheimwissenschaft, Wurzelrassen
der Menschheit. Man denke sich zwei solcher Wurzelrassen
den Lemuriern vorangehend und zwei den Ariern in der Zukunft
folgend, so gibt das im ganzen sieben. Es geht immer eine
aus der andern in der Art hervor, wie dies eben in bezug auf
Lemurier, Atlantier und Arier angedeutet worden ist. Und
jede Wurzelrasse hat physische und geistige Eigenschaften,
die von denen der vorhergehenden durchaus verschieden sind.
Während zum Beispiel die Atlantier das Gedächtnis
und alles, was damit zusammenhängt, zur besonderen
Entfaltung brachten, obliegt es in der Gegenwart den Ariern,
die Denkkraft und das, was zu ihr gehört, zu
entwickeln.
Aber auch in jeder Wurzelrasse selbst müssen
verschiedene Stufen durchgemacht werden. Und zwar sind es
immer wieder sieben. Im Anfange des Zeitraumes, der einer
Wurzelrasse zugehört, finden sich die
Haupteigenschaften derselben gleichsam in einem jugendlichen
Zustande; und allmählich gelangen sie zur Reife und
zuletzt auch zum Verfall. Dadurch zerfällt die
Bevölkerung einer Wurzelrasse in sieben Unterrassen.
Nur hat man sich das nicht so vorzustellen, als ob eine
Unterrasse gleich verschwinden würde, wenn eine neue
sich entwickelt. Es erhält sich vielleicht eine jede
noch lange, wenn neben ihr andere sich entwickeln. So leben
immer Bevölkerungen auf der Erde nebeneinander, die
verschiedene Stufen der Entwickelung
zeigen.»6
Bei manchem Leser wird sich vielleicht unmittelbar nach
der Lektüre ein Gefühl der Entrüstung
einstellen: was sind das für schlimme Aussagen! Immer
wieder muss ein Großteil der Menschheit
«verkümmern», er kommt in
«Verfall». Die «wilden Völker» von
heute sind deren Nachfahren. Nur ein «kleiner
Teil» darf sich weiterentwickeln. Und - am schlimmsten
- es sind die «Arier», welche die
gegenwärtige Kulturmenschheit ausmachen. Die Verbindung
zur Nazi-Ideologie liegt doch auf der Hand!
Ich bitte, dieses Gefühl der Entrüstung
vorläufig zurückzustellen. Wenn man den Text
leidenschaftslos betrachtet, sieht man, dass Steiner in
einer knappen, nüchternen Sprache ein Gesetz der
Menschheitsentwicklung darstellt. Es mag einem ungerecht
vorkommen, dass so viele Menschen zurückbleiben
müssen; aber nehmen wir einmal an, es sind Wahrheiten,
die Steiner ausspricht: muss er sie denn nicht auf diese
Weise darstellen, ob sie ihm (und dem Leser) gefallen oder
nicht? Die Wissenschaft kann sich nicht nach den
Gefühlen der Menschen richten.
Ob es Wahrheiten sind, lassen wir ja jetzt dahingestellt.
Aber abgesehen davon können wir feststellen, dass
Steiner keine diskriminierende Absicht verfolgt mit diesen
Aussagen. Wie sich sein Begriff von «Arier» zu dem
der Nazis verhält, muss noch genauer untersucht werden.
Wenn Steiner «verschiedene Stufen der
Entwickelung» bei den Menschen konstatiert, ist sein
Maßstab, um diese Stufen zu werten, auch in der
Passage enthalten: es ist die «Denkkraft», die in
unserer «Wurzelrasse» zu entwickeln ist. Das oben
erwähnte «Denken des Denkens» ist ein
Beispiel dafür. An dieses Denken knüpfen sich auch
alle künftigen geistigen
Entwicklungsmöglichkeiten, zu denen der Mensch
fähig ist.
Der Zorn über die Ungerechtigkeit, dass nur so
wenige sich auf Kosten so vieler höherentwickeln
dürfen, verflüchtigt sich, wenn man weitere
Aussagen des Buches hinzunimmt. Der Gedanke der
Reinkarnation besagt ja, dass es dieselben Menschen sind,
die alle diese Stufen durchmachen, so dass es niemanden
gibt, der «unwiederbringlich» zurückgelassen
wird. Steiner geht noch viel weiter zurück mit den
Entwicklungsstufen: sogar die Tiere, Pflanzen und Mineralien
sind Wesen, die einmal an der Entwicklung der Menschheit
teilgenommen haben, und in urferner Vergangenheit
zurückgelassen wurden. Nun muss man dazudenken, dass
wir gar nicht in physischen Leibern auf der Erde leben
könnten, wenn es nicht Mineral, Pflanze und Tier
gäbe: und dann sieht man, dass dieses
Zurückbleiben eigentlich ein Opfer war, um uns unsere
Entwicklung zu ermöglichen. Dieses Opfer bedeutet
für uns die Verpflichtung, in der Zukunft diese Wesen
«nachzuholen»; und in der Tat sagt Steiner, dass
die Entwicklung der Menschheit und der Erde erst
abgeschlossen sein wird, wenn alle Naturreiche erlöst
worden sind.
Große Ideale werden angeregt, wenn der Horizont der
Betrachtung weit genug gespannt wird.
Nun zum Problem der Arier: ist das nicht identisch mit
der Nazi-Ideologie? Sie sagt doch auch, dass die Arier die
«Herrenrasse» sind, die die Menschheit führen
muss, die minderwertigen Rassen beherrschen und die
jüdische Rasse, die sie bedroht, vernichten darf.
Schon hier sieht man, dass ein Gleichsetzen des
nationalsozialistischen mit dem anthroposophischen
Arierbegriff völlig unzutreffend und oberflächlich
ist. Die Vervollkommnung des Menschen geschieht heute, sagt
Steiner, auf geistige Art, nicht auf der körperlichen
Ebene: siehe die «Denkkraft», die zu entwickeln
ist. Die Blutsbanden, die auf der physischen Vererbung
beruhen, müssen zurücktreten. Für den Nazi
hingegen ist der Mensch ganz durch seine Rasse bestimmt: er
hat keinen Anteil, der davon frei wäre. Das läuft
in Wirklichkeit darauf hinaus, dass der Nazi den Menschen
mit seinem durch die Rasse geprägten Körper
identifiziert: er hat ein ganz materialistisches
Menschenbild, auch wenn er von «Geist» reden mag.
Bei Steiner ist die Rasse dem menschlichen Individuum, das
geistiger Natur ist, untergeordnet; der Nationalsozialismus
hat keinen Begriff des Individuums, bei ihm beherrscht die
Rasse alles. Deswegen ist bei ihm eine Auseinandersetzung
auf geistiger Ebene nicht möglich: ein Konflikt muss in
einen Krieg zwischen Rassen münden.
Weitere Stellen aus Aus der Akasha-Chronik zeigen,
dass der nationalsozialistische Arierbegriff noch mehr von
dem Steiners abweicht.
Die Entwicklung des Denkens wurde schon in der
atlantischen Zeit vorbereitet. «Den Ursprung dieses
logischen Denkens haben wir bei der fünften Unterrasse
(den Ursemiten) zu suchen.» (Hervorhebung
d.V.)7
Ausgewählte Befähigte dieser semitischen
Unterrasse wurden unter einem Führer Manu versammelt,
der sie darauf vorbereitete, die Arbeit der arischen Zeit zu
initiieren.8 Er
ermahnte sie, die Befehle Gottes zu vollziehen, von dem sie
sich «kein Bild machen können». Ein
«Nachklang» dieses Gebots, sagt Steiner selbst,
ist das Gebot Moses' an das Volk Israel: «Du sollst
Dir kein Götzenbild machen.»9
In dieser Darstellung stehen die Semiten überhaupt
nicht im Gegensatz zu den Ariern: im Gegenteil, sie sind
selbst Arier, und, zumindest am Anfang, sogar die
Gruppe, die am meisten die Erfüllung der Aufgabe der
Arier vorantreibt!
Inzwischen sind das deutsche Volk und die Menschheit
durch die nationalsozialistische Katastrophe
hindurchgegangen. Ich kann es vollkommen verstehen und
akzeptieren, wenn jemand heute sagt, man müsse aus
Taktgründen, vor allem gegenüber den Opfern des
Holocaust und ihrer Familien, ein Wort wie «Arier»
vermeiden. Vermutlich würde Steiner das heute auch tun.
Das Wort, und viele andere dazu, ist durch die Nazis besetzt
und verunmöglicht worden.
Trotzdem möchte ich Steiners Aussage von 1904
festhalten, «Arier» sei ein Begriff der
Geheimwissenschaft.10 Als
solchen hat er nichts mit Antisemitismus zu tun; es ist
bekannt, dass Steiner diesen vehement
bekämpfte.11 Wenn
ich davon ausgehe, dass Steiner uns wahres Wissen des
Geistes gibt, so heißt das: zuerst hat Steiner
1904 die wahre Bedeutung des Begriffs «Arier» vor
die Menschen hingestellt; erst später waren die
Nazis in der Lage, ihr verhunztes, materialistisch
pervertiertes Verständnis des Wortes zu verbreiten, so
dass es schließlich ganz unmöglich wurde.
Steiner war selbst sensibel für diese
Schwierigkeiten der Wortbenutzung. Ein Ausdruck wie
«arische Unterrasse» war üblich in der
Theosophischen Gesellschaft, und Steiner übernahm ihn
zunächst, weil er im Rahmen dieser Gesellschaft wirkte.
Schon bald ersetzte er ihn aber durch «nach-atlantische
Kulturepoche», sicher auch, um Verwirrung durch
völkisch-nationale Bedeutungsunterstellungen zu
vermeiden. Im anthroposophischen Verständnis
gehören also zum «arischen» Kulturkreis die
urindische, die urpersische, die
ägyptisch-babylonische, die griechisch-römische,
die germanisch-europäische, und auch die künftige
slawische und nordamerikanische Kulturepoche. Dieser
Ausdruck «Kulturepoche» macht auch
unmissverständlich klar, dass Steiner nicht die
physische Ausformung von Rassen, sondern Stufen der
geistigen Entwicklung meint.
Eine Ausführung Steiners zum Judentum
Zum Problem des Ariertums gehört auch die Frage
seines Verhältnisses zu den Semiten, zum Judentum.
Steiner sah die Semiten als einen wichtigen und
impulsierenden Teil der arischen Kultur, wie wir gesehen
haben. Den Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden
Antisemitismus hielt er für geistlos und einen Ausdruck
von Dummheit. Er sagte aber auch, dass das Judentum als
für sich abgeschlossenes Ganzes sich überlebt
habe: die einzelnen Juden sollten sich assimilieren, sich
anpassen an die europäischen Völker, mit denen sie
zusammenlebten. Nichtsdestoweniger sei Europa auch auf die
Mitwirkung eines jüdischen Elements
angewiesen.12
Steiner hat nirgends eine zusammenhängende
Charakterisierung des Judentums gegeben; einzelne
Bemerkungen müssen in Zusammenhang miteinander
interpretiert werden.
Eine sehr aufschlussreiche Stelle ist enthalten in einem
Brief von 1905 an seine Mitarbeiterin und spätere
Ehefrau Marie von Sivers.13 Es geht
um semitische Einschläge in der Kulturentwicklung im
Verlaufe der gesamten nach-atlantischen Zeit. Solche
nicht-öffentlichen Mitteilungen sind sehr gehaltvoll,
weil Steiner immer sehr offen, aber auch knapp und
präzise ist und nur Wesentliches ausspricht.
«(...) Denn darauf kommt es an, dass mit
der Wissenschaft sich die theosophische Auffassung
verbinde. Die naturärztliche laienhafte Pfuscherei kann
und darf nicht von uns in Schutz genommen werden. Das
wäre eine Gefahr. - Man muss hier eben durchaus tiefer
sehen. Das Ganze hängt mit unserem Rassenzyklus
zusammen. Jede der Unterrassen unserer fünften
Wurzelrasse hatte bisher einen semitischen Einschlag. Der
letzte kam, wie Du weißt, über Spanien nach
Mitteleuropa. Aber solche Einschläge erschöpfen
sich, und, wenn ein Zyklus abgelaufen ist, so muss ein neuer
Einschlag kommen. Wir haben in unserer Kultur eigentlich den
neuen Einschlag schon darinnen; aber er hat noch nicht seine
volle Entfaltung erlangt. Das Ganze ist als das
Ineinandergreifen zweier geistiger Wirbel zu verstehen, die
ihr Übereinanderlaufen in Christus haben. Ich schalte
Dir eine symbolische Zeichnung ein, die Du studierend
entziffern magst.
Aus: GA 262, S. 62.
Wo das Zeichen
steht, da sind wir jetzt. Wir sind noch nicht
ganz christlich, und die Einschläge semitischer Art von
früher sind noch da, aber sie sind eben das
Zersetzungsferment. Nicht zufällig ist es, dass die
Männer, welche durch ihr scharfes, klares, aber ganz
materialistisches Denken den stärksten Einfluss in der
letzten Zeit auf die europäischen Massen gehabt haben,
Marx und Lassalle, Juden waren. Und nicht zufällig ist
es, dass Geister, welche synthetisch, aufbauend, nicht
verstandesmäßig zersetzend wirken, wie Bismarck,
Haeckel usw. kleine Denker sind, laienhaft und noch
stumpfsinnig in bezug auf alle höheren Angelegenheiten
der Menschheit. Sie sind eben die Embryonen einer werdenden
Kultur. Haeckel trägt etwas an sich, was als
Kulturnachgeburt ausgeschieden werden muss. Sein Positives
ist embryonal, und die Hülle ist von der
materialistischen Nährmutter des 19. Jahrhunderts
versorgt. Ich sehe eben in dem Positiven bei Haeckel doch
etwas, was sich entfalten kann. Es gibt eben in unserer Zeit
zweierlei Gedankenformen, eine aufkommende, noch embryonale:
Haeckel in der Zoologie; Schiller-Goethe muss diese Form
befruchten - dann Fechner in der Psychologie; die Theosophie
muss diese Form befruchten - Bismarck in der Kulturpolitik,
Tolstoi muss diese Form befruchten.
Alles andere ist absterbend, zersetzend: das rein
analysierende Denken in der Zoologie, Botanik und Medizin;
Wundt und seine Anhänger in der Psychologie; die
Sozialdemokratie und der Liberalismus in der Politik
(...).»
Halten wir zunächst fest: Steiner spricht hier von
einem semitischen Einfluss auf das Denken, von einer
«jüdischen Denkweise». Nach allem, was in
diesem Aufsatz entwickelt worden ist, hoffe ich, dass der
Leser akzeptieren kann, dass diese Ausführungen Steiner
nicht automatisch zu einem Gesinnungsgenossen der Nazis
macht. Seine Darlegungen sind in einem ganz anderen
Menschenbild eingebettet. Wenn Steiners Angaben der Wahrheit
entsprechen, kann man sich sogar vorstellen, dass verzerrte
Versatzstücke davon, aus trüben, atavistischen
Quellen gewonnen, Eingang gefunden haben in die
Nazi-Ideologie. Und das wäre eine entscheidende Hilfe,
um die Anziehungskraft dieser Ideologie zu verstehen!
Wenn der Leser das allerdings nicht akzeptiert, sondern
diese Passage als Beweis für Steiners verstecktes
Nazitum auffasst, dann kann ich auch nichts anderes sagen,
als was schon vorher in diesem Aufsatz vorbereitend
ausgeführt worden ist. Wenn der Leser nicht gewillt
ist, sich fair auf Steiner einzulassen, dann ist der
Verteidiger Steiners machtlos. Dann können solche
Passagen zur demagogischen Denunzierung der Anthroposophie
benutzt werden. Aber solche Demagogie nutzt niemandem
außer demjenigen, der es von vornherein auf die
Schädigung der Anthroposophie abgesehen hat.
Und nun einige Erläuterungen zu der angeführten
Passage (die aber beleibe nicht erschöpfend sind!). Die
Bedeutung des Christus für die Menschheitsentwicklung
möchte ich nicht berühren; das würde hier zu
weit führen. Es geht nach wie vor um den
«semitischen Einfluss» auf das Denken. Prinzipiell
kann das Individuum die Bedingtheiten des Leibes, also auch
die Einflüsse der Rasse überwinden. Offenbar ist
es aber so, dass, solange der Mensch zum Denken noch auf ein
physisches Gehirn angewiesen ist, d.h. solange er noch nicht
durch das «Denken des Denkens» und die daran
anschließenden geistigen Übungen ein leibfreies
Denken erlangt hat, diese Einflüsse vom Leib her noch
vorhanden sind. Darauf möchte Steiner aufmerksam
machen.
Der semitische Einfluss wird sowohl «positiv»
als auch «negativ» charakterisiert. Einerseits ist
er eine «Befruchtung» der germanischen Kultur [siehe
Bild]; andererseits ist er ein
«Zersetzungsferment». Der von Steiner
geschätzte Autor Robert Hamerling nennt den
jüdischen Einfluss einen «Sauerteig im
Völkerleben»: das ist vielleicht der zutreffende
Ausdruck, um diese scheinbar sich widersprechenden
Charakterisierungen zu vereinen.14
Das semitische Denken wird scharfes, klares,
materialistisches Verstandesleben genannt; ihm steht ein
synthetisches, aufbauendes, aber noch embryonales Denken
gegenüber, das auch als Vernunftdenken bezeichnet
werden kann. So charakterisiert Steiner Bedingungen des
kulturellen Lebens seiner Zeit, in welcher er wirken will.
Wie lässt sich der Unterschied zwischen Verstand und
Vernunft besser verstehen? Dazu ein popularisiertes, aber
zutreffendes Beispiel:
Die Logik des analysierenden Verstandes ist die auf
Aristoteles zurückgehende formale Logik. Ihr oberster
Grundsatz lautet: ein Ding ist immer mit sich selbst
identisch. Ein Stuhl ist ein Stuhl, und nicht gleichzeitig
etwas anderes. Oder auch: ein Stuhl kann nicht gleichzeitig
existieren und nicht existieren. Auch zwei allgemeine
Begriffe wie «Sein» und «Nichts» sind
selbstverständlich Gegensätze und bleiben solche.
Die Logik der synthetisierenden Vernunft ist die
inhaltliche oder Hegel'sche Logik. Sie löst sich ganz
von der Welt der sinnlichen Gegenstände und betrachtet
nur die reinen Begriffe, den Inhalt des Denkens. Man
versuche, den ersten, allerallgemeinsten,
voraussetzungslosen Begriff, «Sein» genannt, zu
denken. Er darf aber in keiner Weise inhaltlich bestimmt
sein, weil diese Bestimmung ihn sonst gegen anderes
abgrenzen würde, und er nicht mehr ganz allgemein und
allumfassend wäre. Man kann diese Aufgabe dann drehen
und wenden wie man will, heraus kommt - das Sein ist
«in Wirklichkeit»: Nichts! Wir sind beim Gegenteil
gelandet! Was wie ein Denkfehler aussieht, ist in
Wirklichkeit die erste dialektische Bewegung. Vom
Sein zum Nichts: «Vergehen»; vom Nichts zum Sein:
«Entstehen»; beides zusammen: «Werden»
als dritter dialektischer Begriff, als «Synthese»
von Sein und Nichts.
Das geht natürlich nicht mit dem Stuhl. Dieser hat
aber auch für Hegel nicht «Sein», sondern
«Dasein», Existenz. Er ist gegen anderes
abgegrenzt. Das Sein ist allgemeiner, es geht dem Dasein
voraus. Das Sein ist die Einheit von Dasein und
«Nicht-Dasein» (Transzendenz).
Die Hegel'sche Logik bewegt sich ganz in der geistigen
Welt. Dort verkehren sich die Gesetze der Welt der
sinnlichen Gegenstände, die Gesetze von Raum und Zeit,
in ihr Gegenteil. (Aber: diese Logik können wir selber
denken, ohne dem «Guru» Steiner nachzubeten!)
Hegel'sche Logik ist ja nur ein Beispiel für
synthetisierendes Denken. Es zeigt sich auch überall
sonst im Kulturleben, laut Steiner, bei dem Naturforscher
Ernst Haeckel, beim Psychologen Fechner, beim Politiker Otto
von Bismarck. Die Befruchtung durch die genannten anderen
kulturellen Impulse hätten im Sinne Steiners einen
geistigen Fortschritt bedeutet. Allein diesen Hinweisen
nachzugehen, wäre eine lohnende, aber nicht leichte
Aufgabe!
Die von Steiner gemeinte Rolle des
semitisch-materialistischen Denkens kann man sich, finde
ich, ganz gut am Beispiel Karl Marx verdeutlichen. Als
Schüler Hegels war er ein ausgezeichneter Kenner der
Dialektik, meinte ihn aber, im Sinne seines
«historischen Materialismus», «vom Kopf auf
die Füße» stellen zu müssen, d.h. diese
Denkweise direkt auf die materielle Welt anzuwenden.
Wenn die Geschichte der Menschheit aber mit dialektischer
Notwendigkeit dahinrollt, dann geht die menschliche
Freiheit, die Lebensbedingung des Individuums, verloren!
Dieser Grundfehler des Kommunismus ist durch den
tatsächlichen Gang der Geschichte zur Genüge
erwiesen worden. Es ist eine Tragik, dass die Welt des
deutschen Idealismus für das soziale Leben nicht
fruchtbar gemacht werden konnte; Hegel hat es nicht
vermocht, und Marx hat es auf verkehrte Weise versucht.
Andererseits ging aus Marx' materialistischem
Verstandesdenken die brillante Analyse und Kritik des
Kapitalismus hervor, die man voll anerkennen muss, und
welche die Voraussetzung bildet, um diese Gesellschaftsform
zu überwinden. Bloß hat Marx nach seiner
«zersetzenden» Kritik nicht vermocht,
«aufbauend» eine wirklich fruchtbare
Gesellschaftsform zu entwickeln.
Steiners eigene Forderung nach gesellschaftlicher
Umwandlung, die «Dreigliederung des sozialen
Organismus», ist in vielem das Gegenteil von Marx'
Utopie: seine Hauptforderung ist die Emanzipation des
Geisteslebens, um die Lebensbedingung für die Freiheit
des Individuums in der Gesellschaft herzustellen.
Das materialistische Verstandesdenken hat Steiner
übrigens nicht allein auf einen semitischen Einfluss
zurückgeführt; auch der Jahrhunderte währende
Einfluss von äußerlich gewordenen christlichen
Konfessionen, die kein wirkliches Verständnis von Geist
mehr hätten, hätten zum Materialismus
geführt. Die gymnasiale Schulbildung würde
ebenfalls dazu beitragen, zum Beispiel durch das Lehren der
toten Sprache Latein, die das Denken verfestige. Und im
Kontext der sozialen Frage sagte er, dass nur die relativ
ungebildeten Arbeiter (Proletarier) noch so
«unverbrauchte» Gehirne hätten, dass sie neue
soziale Ideen aufnehmen könnten; die Führer der
Arbeiter wären schon «verbürgerlicht».
Rudolf Steiner - ein Verbündeter im Kampf gegen
den Rassismus
Über das hier vorgebrachte Material möge jeder
Leser sein eigenes Urteil finden. Es ist meine
Überzeugung, dass man Steiner nur als Rassisten und
Geistesverwandten des Nationalsozialismus verstehen kann,
wenn man ihn oberflächlich liest und sich, ob
absichtlich oder nicht, von äußerlichen
Wortübereinstimmungen leiten lässt. Wenn man ihn
an seiner eigenen Intention misst, muss man sehen, dass er
genau das Gegenteil will als diese menschenverachtende
Ideologie. Steiner spricht dieselben Themen an, die den
Nazis wichtig sind: die Rolle der menschlichen Rassen und
des Judentums. Er hat aber - um 1900 herum - die wahren
Erkenntnisse über diese Gebiete öffentlich
gemacht, die aus der wissenschaftlichen geistigen
Erforschung hervorgingen, bevor die Nazis ihre pervertierte
Ideologie allzusehr verbreitet hatten. Ich bin
überzeugt, dass Steiner das Heraufkommen einer Bewegung
wie den Nationalsozialismus in Deutschland voraussah, und
sich mit all seinem Wirken dagegenstemmen wollte. Er wollte
ein kulturelles Gegengewicht aufbauen. Als 1919 die erste
Waldorfschule gegründet wurde, sagte er seinen
Mitstreitern: «Wenn innerhalb eines Jahres nicht
hundert solcher Schulen entstehen, betrachten Sie diese
Schule als nicht gegründet!»
Woher kommt der Inhalt der Nazi-Ideologie? Viele Quellen
verlieren sich in mystischen Nebeln, im Dunstkreis der 1875
gegründeten Theosophischen Gesellschaft, in deren
Rahmen Steiner zunächst auch wirkte. Ich gehe davon
aus, dass aus trüben okkulten Quellen, durch
mediumistische Mitteilungen bei herabgedämpftem
Bewusstsein, Halb- und Viertelswahrheiten über diese
Gebiete herauskamen, die Eingang in die Nazi-Ideologie
fanden. Der Grundfehler beim Nationalsozialismus ist, dass
er alles ins Materialistische verkehrt. Er hat keinen
Begriff des Menschen. Der Mensch ist nur sein durch die
Rasse bestimmter Körper. Deswegen kann eine
Auseinandersetzung mit dem Judentum oder den Slawen nur auf
eine Unterwerfung oder Vernichtung hinauslaufen, nicht auf
geistige Art geführt werden.
Schon die Andeutungen Steiners zeigen, dass das
Verhältnis von Deutschen und Juden, von Europäern
und Juden, ein besonderes ist oder sein sollte. Vielleicht
können wir heute, belehrt durch die Katastrophe, dieses
Verhältnis neu suchen. Wobei man sich sowieso in erster
Linie rein von Mensch zu Mensch begegnen sollte, und nicht
als «Jude» und «Deutscher».
Der Nationalsozialismus ist meines Erachtens immer noch
ein Rätsel. Er ist doch nicht verstanden, wenn man ihn
für ein irgendwie geartetes
«Absolut-Böses» ansieht, das irgendwoher
für 12 Jahre in die Geschichte eingebrochen ist und
jetzt wieder verschwunden ist. Die soziologischen,
geschichtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen seines
Entstehens reichen auch nicht aus, um ihn inhaltlich zu
erklären. Wie kann, knapp 200 Jahre nach der
Aufklärung, im Zeitalter der Demokratie und des
Industrialismus, eine solch atavistische,
rückwärtsgewandte Ideologie soviel Begeisterung
entfachen und Macht entfalten?
Wie konnten so viele Deutsche die Höhe des deutschen
Idealismus verlassen und sich in die Niederungen des
Rassismus begeben, ja, sogar in gutem Glauben Goethe und
Schiller mit hinunterzerren, indem sie sie zu Vorbereitern
des Nationalsozialismus erklärten?
Bei Steiner finde ich zumindest Anhaltspunkte, das zu
verstehen. Die Menschheit steht an dem Punkt, sich
stärker individualisieren zu können - und zu
müssen! Denn zum erstenmal in der Menschheitsgeschichte
muss jeder Einzelne aktiv werden, damit dieser
Entwicklungsschritt vollzogen wird. Das ist schwer;
«Denken des Denkens» ist nicht jedermanns Sache,
und auch jede andere geistige Tätigkeit erfordert
Anstrengung.
Sich individualisieren heißt auch, sich von dem
Einfluss von Volks- und Rassegeistern zu befreien. Deren
Zeit ist seit Ende des 19. Jahrhunderts abgelaufen. Was ist,
wenn der Schritt nicht gelingt? «Volk» und
«Rasse» werden zum Problem, rumoren im
Unbewussten, finden Eingang in Ideologie oder Ressentiments
und beherrschen uns so weiterhin. Dieses Problem wird erst
gelöst, wenn «Volk» und «Rasse» zum
Bewusstsein gebracht werden, wenn sie erkannt werden in
ihrem wirklichen Verhältnis zum menschlichen
Individuum. Dann sind sie gebannt.
In diesem Sinne finde ich, dass Rudolf Steiner uns kein
Gegner, sondern ein Verbündeter ist im Kampf
gegen den Rassismus. Er gibt uns Mittel in die Hand, um
diese «Geistes»-Haltung wirklich zu verstehen und
wirkungsvoll zu bekämpfen bzw. zu heilen.
Nicholas Dodwell-Humpert, Karlsruhe
|
1
|
«Der Weltengrund hat sich
in die Welt vollständig ausgegossen; (...) die
höchste Form, in der er innerhalb der
Wirklichkeit des gewöhnlichen Lebens auftritt,
ist das Denken und mit demselben die menschliche
Persönlichkeit. Hat somit der Weltengrund
Ziele, so sind sie identisch mit den Zielen, die
sich der Mensch setzt, indem er sich darlebt.»
(Rudolf Steiner, Grundlinien
einer Erkenntnistheorie der Goetheschen
Weltanschauung, GA
2, Kap.
19, Abs. 3.)
|
|
2
|
Rudolf Steiner,
«Barr-Dokumente» (1907), in: Rudolf
Steiner/Marie Steiner-von Sivers, Briefwechsel und
Dokumente, GA 262, S.
15.
|
|
3
|
Rudolf Steiner, Wahrheit
und Wissenschaft, GA
3.
|
|
4
|
Rudolf Steiner, Die Philosophie der
Freiheit, GA 4,
Vorrede
zur Neuauflage 1918,
Abs. 3.
|
|
5
|
Rudolf Steiner, Die Philosophie der
Freiheit, GA 4,
Kap.
14: «Individualität und
Gattung».
|
|
6
|
Rudolf Steiner, Aus der Akasha-Chronik, GA 11, S. 32-33.
|
|
7
|
A.a.O., S. 40.
|
|
8
|
A.a.O., S. 48.
|
|
9
|
A.a.O., S. 49-50.
|
|
10
|
A.a.O., S. 32.
|
|
11
|
Siehe zahlreiche Aufsätze
in: Rudolf Steiner, Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und
Zeitgeschichte
1887-1901, GA 31.
|
|
12
|
Rudolf Steiner, Gesammelte Aufsätze zur
Literatur
1894-1902, GA 32, S. 145-155.
|
|
13
|
Rudolf Steiner/Marie Steiner-von
Sivers, Briefwechsel und
Dokumente, GA 262, S.
61-63.
|
|
14
|
Zitiert nach Thomas Meyer,
Neuere Tendenzen zu geistiger
Rückständigkeit oder die wachsende
Salonfähigkeit von autoritärem
Gesinnungszwang - Einige Bemerkungen zur
«Rassismus»-Kampagne gegen R. Steiner und
sein Werk, in: Der
Europäer, Jg. 4,
Nr. 5 (März 2000), S. 11.
|