| > themen > rassismusdebatte > nationalsozialistische gegner der anthroposophie Brief von Gregor Schwartz-Bostunitsch an den Reichsleiter Alfred Rosenberg 1940. Entweder »Mythus des XX. Jahrhunderts« oder »Das Christentum als mystische Tatsache«, wie Steiner sein zusammengestohlenes Werk nennt. Entweder »Blut und Ehre« oder »Wie erlangt man die Erkenntnis höherer Welten«. Eine Symbiose dieser zwei Weltanschauungen kann es nicht geben. Gregor Schwartz-Bostunitsch (--> zur Biografie S.B.s) Einschreiben! Persönlich! An Herrn Reichsleiter Alfred Rosenberg Berlin W.35. Margarethenstraße 17 Berlin, den 8. Heuert 1940. Herr Reichsleiter! Hochverehrter Pg. Rosenberg! Während unsere heldenmütige Armee, draußen ihr Letztes hingebend, den äußeren Feind aufs Haupt schlägt, erhebt im Inneren des Landes der interne Feind um so dreister sein Haupt. Ja, er wähnt sich jetzt unbehelligt und nimmt das alte Handwerk der Verseuchung der Seele des deutschen Volkes frischfröhlich wieder auf. Ich meine die ungeheuere anthroposophische Propaganda, die täglich immer mehr an Boden gewinnt, die ihre getarnten Apologeten überall hereinzuschieben trachtet, die als "Christgemeinschaft getarnt die Kirche zu werden bestrebt ist und die nun jetzt offen dazu übergeht, die seinerzeit eingezogenen und als nicht erwünscht erklärten Bücher und Vortrags-Zyklen von Dr. Rudolf Steiner neu aufzulegen und massenhaft zu verbreiten. Der neue Verleger heißt Emil Weises Buchhandlung Karl Eymann, Dresden A 1. Eins seiner (Steiners) Hauptwerke wurde 1939 in 3000 Exemplaren (49.-51. Tausend) gedruckt. Und das auf blütenweißem Papier, während unsere Verleger wegen Papiermangel unsere Werke nicht herausbringen können! Die Jägersche Buchhandlung in der Potsdamer Straße betreibt en gros Steiner-Propaganda und verkauft sogar Photos von diesem Seelenverseucher in Taschenformat für 1.20! Dabei Riesenabsatz. Herr Reichsleiter! Dank Ihnen wurde ich vor elf Jahren sehend in dieser Frage und schrieb die von Ihnen damals im Weltkampf gebrachten Artikel Falsche Propheten usw. und dann die Sonderausgabe Doktor Steiner ein Schwindler wie keiner! Diese Veröffentlichung hat mir den Rest gegeben. Sämtliche Juden, Jesuiten, Freimaurer und Kommunisten haben mir nicht soviel geschadet und schaden mir nicht soviel bis auf den heutigen Tag, wie die Anthroposophen. Wir werden dafür sorgen, daß Schwartz-Bostunitsch es niemals zu etwas bringt, sagten die Anthroposophen vor Zeugen nach der Machtergreifung, und sie haben ihr Wort gehalten. Denn gegen geheime Verleumdung ist ein anständiger Mensch wehrlos, und zur offenen haben diese Feiglinge nie den Mut. Doch es geht hier nicht um mich. Ich habe mich mit meinem beispiellos tragischen Los längst abgefunden. Ich habe seit 1923 (angefangen mit Scheubner-Richters Aufbau) bis auf den heutigen Tag für die großen Ideen unseres Führers nicht um den Lohn willen, sondern um Deutschlandswillen gekämpft. Und Deutschland geht es, Gott sei Dank, gut. Daß auch ich und meine treue Mitkämpferin, meine Frau, unser Scherflein zum Baue des stolzen Doms, Großdeutschland genannt, beitragen durften, erfüllt uns mit Freude und Stolz, und ist unsere Rechnung beglichen. Wenn heute mein Wissen und Können, meine langjährige Erfahrung und mein erprobter Kampfmut brach liegen, nun, so muß es so sein. Aber bis jetzt hatte ich die Genugtuung, daß wenn auch ich unter die Räder komme, der stolze Wagen fährt den richtigen Weg. Die Gewährung aber einer freien Bahn solchen Volksschädlingen, wie die Anthroposophen, läßt die bittersten Zweifel aufkommen. Und daher schreibe ich diese Zeilen. Sie, hochverehrter Reichsleiter, sind der Beauftragte des Führers für die gesamte weltanschauliche Schulung der Partei und ihrer Gliederungen. Daher geht es Sie in erster Linie an, wie hinter Ihrem Rücken, die von Ihnen konsequent seit Beginn Ihrer Tätigkeit abgelehnten Anthroposophen nun ihr Schlangenhaupt erheben. Ihnen und Ihrer Weltanschauung, die ich 100% teile und in meinen Schulungsvorträgen propagiere, gilt der erste Biß der giftigen Otter. Entweder Mythus des XX. Jahrhundert oder Das Christentum als mystische Tatsache, wie Steiner sein zusammengestohlenes Werk nennt. Entweder Blut und Ehre oder Wie erlangt man die Erkenntnis höherer Welten. Eine Symbiose dieser zwei Weltanschauungen kann es nicht geben. Wenn wir ein totalitärer Staat sind und das sind wir wenn wir nur eine politische Schau zulassen, nur eine wirtschaftliche Linie, nur eine militärische Ausrichtung, so kann es auch nur eine Philosophie des Seins geben entweder die Rosenbergsche oder die Steinersche. Wir haben schon genug gegen die Bekenntniskirche auszustehen, genug gegen die päpstlichen Hetzkolonnen, um noch unsere letzten Kräfte gegen die Seuche zu verausgaben, die um so gefährlicher ist, als ihre Bazillenträger Leute von gewisser Intelligenz auftreten, die in Beamtenstellungen und auch in der Partei festen Fuß gefaßt haben, die nie sich offen als Anthroposophen zu erkennen geben, sondern immer nur von Sympathien zu dem zu Unrecht (!) verfolgten Dr. Steiner reden, die angeben, in seinen blöden, verwirrenden Schriften einen seelischen Halt zu finden, die den Nationalsozialismus wenn sie sich unter sich wähnen als verkappten Materialismus bezeichnen und was der Dinge mehr sind. Hochverehrter Herr Reichsleiter! Sie sprachen einmal das gewichtige Wort, daß alte Kämpfer, die es auch heute zu nichts gebracht haben, nicht in ihrem Glauben, in ihrer Weltanschauung erschüttert werden dürfen. Das drohen die Anthroposophen zu tun, solange man sie nicht erneut verbietet, und zwar mit allen ihren Ablegern, wie die berüchtigten Waldorff-Schulen und Tarnungen, wie die Christgemeinschaft, ihre Bücher einzieht, ihren Reliquienhandel mit Steiner-Bildern untersagt und sie selbst unter Polizeiaufsicht stellt, denn sie sind schlimmer, wie die Freimaurer, deren Abart sie ja bekanntlich darstellen (Mystica aeterna des Homosexuellen Theodor Reuß und seines Adepten, des Weiberherzog). In diesem Sinne, ohne irgendwelche persönlichen Ziele oder Interessen zu verfolgen, hielt ich es für meine Pflicht, Ihnen, unserem Lehrer und Wegweiser, das oben Geschilderte zu unterbreiten. Nehmen Sie es so auf, wie es gemeint war: aus schlichten Herzen kommend und zu leuchtenden Geiste appellierend. Sieg Heil dem Führer! Ihr treu ergebener Gregor Schwartz-Bostunitsch SS Obersturmbannführer PS. Vielleicht ist es möglich, daß Sie ihrem Sekretär Anweisung geben, meine zwei, seit langer Zeit bei Ihnen lagernden Briefe zu beantworten und die darin erbetenen Weisungen zu erteilen. Der erste Brief war vom 28. Gilbhard 1939. Unter Beigabe meines Briefwechsels mit einer BDM-Führerin fragte ich an, wie heute über Rußland zu schulen ist. Ein russisches Buch über Polen von Alexander Laskowski legte ich bei. Der Autor erhielt aber keine Eingangsbestätigung von Ihnen. Mein zweiter Brief war am 18. Lenzig in Harzburg, in demselben Zimmer geschrieben, in welchem Sie am Mythus einstens arbeiteten. Er behandelte die schwierige Lage der Schriftsteller im Kriege, die Unmöglichkeit, Artikel in Zeitungen anzubringen und die Anregung, ein Abzeichen für Arbeiter am geistigen Westwall zu stiften. Mein gedruckter Shakespeare-Artikel lag bei. S. B. Veröffentlicht in: Beiträge zur Dreigliederung, Hrsg. Arfst Wagner, Heft 43, Frühjahr 1995, S. 101-104.
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