Rudolf Steiner: Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung - Anmerkungen und Hinweise

Anmerkungen und Hinweise



133

ANMERKUNGEN ZUR ERSTEN AUFLAGE


Zu Seite
14 Goethe, "Anschauende Urteilskraft": Vergleiche Goethes Naturwissenschaftliche Schriften, Band I, Seite 115, in Kürschners Deutscher, National-Literatur.
die Einleitungen zu meiner Ausgabe: Über die Art, wie sich meine Ansichten dem Gesamtbilde Goethescher Weltanschauung einfügen, handelt Schröer in seinem Vorworte zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften (Kürschners National-Literatur, Band I, Seite I-XIV). (Vergleiche auch dessen Faust-Ausgabe, II. Teil, 6. Auflage, Stuttgart 1926, Seite V.)
19 C. F. W. Jessen, Botanik der Gegenwart und Vorzeit in Kulturhistorischer Entwicklung, Leipzig 1864, Seite 459.
"zu umfassenden Forschungen": ebenda, Seite 343.
"in sinniger, tiefdringender Naturbetrachtung": ebenda, Seite 332.
33 Johannes Volkelt, Immanuel Kants Erkenntnistheorie, Hamburg 1879.
Johannes Volkelt, Erfahrung und Denken, Hamburg 1886.
Volkelt sagt: Kants Erkenntnistheorie, Seite 168 f. 37 Volkelt behauptet: Erfahrung und Denken, Seite 4.
45 "höhere Natur innerhalb der Natur": Goethe, Dichtung und Wahrheit, III. Teil, 11. Buch.
58 Die Außenwelt müsse den Stoff liefern: J. H. von Kirchmann sagt sogar in seiner "Lehre vom Wissen" (Berlin 1868), daß das Erkennen ein Einfließen der Außenwelt in unser Bewußtsein sei.
72 die subjektive Vernunft: als menschliches Geistesvermögen aufgefaßt.
94 Goethes Aufsatz: "Der Versuch als Vermittler von Subjekt und Objekt". Interessant ist, daß Goethe noch einen zweiten Aufsatz geschrieben hat, in dem er die Gedanken jenes über den Versuch weiter ausgeführt. Wir können uns den Aufsatz aus Schillers Brief vom 19. Januar 1798 rekonstruieren. Goethe teilt da die Methoden der Wissenschaft in: gemeinen Empirismus, der bei den äußerlichen, den Sinnen gegebenen Phänomenen stehen bleibt; in den Rationalismus, der auf ungenügende Beobachtung hin Gedankensysteme aufbaut, der also, statt die Tatsachen ihrem Wesen gemäß zu gruppieren, künstlich zuerst die Zusammenhänge ausklügelt und dann in phantastischer Weise daraus etwas in die Tatsachenwelt hineinliest; dann endlich in den rationellen Empirismus, der nicht bei der gemeinen Erfahrung stehen bleibt, son-

134

dern Bedingungen schafft, unter denen die Erfahrung ihr Wesen enthüllt.
100 "der ursächliche Zusammenhang der Erscheinungen": Ernst Haeckel, Die Naturanschauung von Darwin, Goethe und Lamarck, Jena 1882, Seite 53.

135

ANMERKUNGEN ZUR NEUAUFLAGE 1924


Zu Seite
16 "Diese Literatur ...": Die Stimmung, die hinter diesem Urteil über die Art des philosophischen Schrifttums und das Interesse, das diesem entgegengebracht wird, liegt, ist aus der Geistesverfassung des wissenschaftlichen Strebens um die Mitte der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts entstanden. Seit dieser Zeit sind Erscheinungen zutage getreten, denen gegenüber dieses Urteil nicht mehr berechtigt erscheint. Man braucht nur an die blendenden Beleuchtungen zu denken, welche weite Lebensgebiete durch Nietzsches Gedanken und Empfindungen erfahren haben. Und in den Kämpfen, die sich zwischen den materialistisch denkenden Monisten und den Verteidigern einer geist-gemäßen Weltanschauung abspielten und bis heute abspielen, lebt so-wohl das Streben des philosophischen Denkens nach lebenerfülltem Gehalt wie auch ein weitgehendes allgemeines Interesse an den Rätsel-fragen des Daseins. Gedankenwege wie die aus der physikalischen Weltanschauung entsprungenen Einsteins sind fast zum Gegenstande allgemeiner Gespräche und literarischer Auslassungen geworden.
Und dennoch haben die Motive, aus denen damals dieses Urteil gefällt worden ist, auch heute noch Geltung. Schriebe man es heute nieder, man müßte es anders formulieren. Da es als ein nahezu altes heute wieder erscheint, ist es wohl angemessener, zu sagen, inwiefern es noch immer Geltung hat. - Goethes Weltanschauung, deren Erkenntnistheorie in der vorliegenden Schrift gezeichnet werden sollte, geht von dem Erleben des ganzen Menschen aus. Diesem Erleben gegenüber ist die denkende Weltbetrachtung nur eine Seite. Aus der Fülle des menschlichen Seins steigen gewissermaßen Gedankengestaltungen an die Oberfläche des Seelenlebens. Ein Teil dieser Gedankenbilder umfaßt eine Antwort auf die Frage: Was ist das menschliche Erkennen? Und es fällt diese Antwort so aus, daß man siebt: das menschliche Sein wird erst zu dem, worauf es veranlagt ist, wenn es sieh erkennend betätigt. Seelenleben ohne Erkenntnis wäre wie Menschenorganismus ohne Kopf; das heißt, es wäre gar nicht. Im Innenleben der Seele erwächst ein Inhalt, der wie der hungernde Organismus nach Nahrung, so nach Wahrnehmung von außen verlangt; und in der Außenwelt ist Wahr-nehmungsinhalt, der sein Wesen nicht in sieh trägt, sondern es erst zeigt, wenn er mit dem Seeleninhalt vereinigt wird durch den Erkennt-nisvorgang. So wird der Erkenntnisvorgang ein Glied in der Gestaltung der Welt-Wirklichkeit. Der Mensch schafft an dieser Welt-Wirk-

136

lichkeit mit, indem er erkennt. Und wenn eine Pflanzenwurzel nicht denkbar ist ohne die Vollendung ihrer Anlagen in der Frucht, so ist nicht etwa nur der Mensch, sondern die Welt nicht abgeschlossen, ohne daß erkannt wird. Im Erkennen schafft der Mensch nicht für sich allein etwas, sondern er schafft mit der Welt zusammen an der Offenbarung des wirklichen Seins. Was im Menschen ist, ist ideeller Schein; was in der wahrzunehmenden Welt ist, ist Sinnenschein; das erkennende Ineinanderarbeiten der beiden ist erst Wirklichkeit.
So angesehen wird Erkenntnistheorie ein Teil des Lebens. Und so muß sie angesehen werden, wenn sie an die Lebens-Weiten des Goethe-sehen Seelen-Erlebens angeschlossen wird. Aber an solche Lebens-Weiten knüpft auch Nietzsches Denken und Empfinden nicht an. Noch weniger dasjenige, was sonst als philosophisch gerichtete Welt- und Lebensanschauung seit der Niederschrift des in dieser Schrift als "Ausgangspunkt" bezeichneten enstanden ist. Alles dies setzt doch voraus, daß die Wirklichkeit irgendwo außer dem Erkennen vorhanden sei, und in dem Erkennen eine menschliche, abbildliche Darstellung dieser Wirklichkeit sieh ergeben soll, oder auch, sich nicht ergeben kann. Daß diese Wirklichkeit durch das Erkennen nicht gefunden werden kann, weil sie als Wirklichkeit im Erkennen erst geschaffen wird, das wird kaum irgendwo empfunden. Die philosophisch Denkenden suchen das Leben und Sein außer dem Erkennen; Goethe steht im schaffenden Leben und Sein, indem er sieh erkennend betätigt. Deshalb stehen auch die neueren Weltanschauungsversuche außerhalb der Goetheschen Ideenschöpfung.
Diese Erkenntnistheorie möchte innerhalb derselben stehen, weil dadurch Philosophie Lebens-Inhalt und das Interesse an ihr lebensnotwendig wird.
17 Nicht das Aufwerfen von Fragen ist die Aufgabe der Wissenschaft: Fragen des Erkennens entstehen an der Anschauung der Außenwelt durch die menschliche Seelenorganisation. In dem Seelenimpuls der Frage liegt die Kraft, an die Anschauung so heranzudringen, daß diese mit der Seelenbetätigung zusammen die Wirklichkeit des Angeschauten zur Offenbarung bringt.
27 Diese unsere erste Tätigkeit ... reine Erfahrung nennen: Man sieht aus der ganzen Haltung dieser Erkenntnistheorie, daß es bei ihren Auseinandersetzungen darauf ankommt, eine Antwort auf die Frage zu gewinnen: Was ist Erkenntnis? Um dieses Ziel zu erreichen, wird zunächst die Welt der sinnlichen Anschauung einerseits und die gedankliche Durchdringung andrerseits ins Auge gefaßt. Und es wird nachgewiesen, daß im Durchdringen der beiden die wahre Wirklichkeit des Sinnenseins

137

sich offenbart. Damit ist die Frage: "Was ist Erkennen?" dem Prinzipe nach beantwortet. Diese Antwort wird keine andere dadurch, daß die Frage ausgedehnt wird auf die Anschauung des Geistigen. Deshalb gilt, was in dieser Schrift über das Wesen der Erkenntnis gesagt wird, auch für das Erkennen der geistigen Welten, auf das sich meine später erschienenen Schriften beziehen. Die Sinnenwelt ist in ihrer Erscheinung für das menschliche Anschauen nicht Wirklichkeit. Sie hat ihre Wirklichkeit im Zusammenhange mit dem, was sich im Menschen über sie gedanklich offenbart. Die Gedanken gehören zur Wirklichkeit des Sinnlich-Angeschauten; nur daß sich, was im Sinnensein Gedanke ist, nicht draußen an diesem, sondern drinnen im Menschen zur Erscheinung bringt. Aber Gedanke und Sinneswahrnehmung sind ein Sein. Indem der Mensch sinnlich anschauend in der Welt auftritt, sondert er von der Wirklichkeit den Gedanken ab; dieser erscheint aber nur an einer anderen Stelle: im Seelen-Innern. Die Trennung von Wahrnehmung und Gedanke hat für die objektive Welt gar keine Bedeutung; sie tritt nur auf, weil der Mensch sich mitten in das Dasein hineinstellt. Für ihn entsteht dadurch der Schein, als ob Gedanke und Sinneswahrnehmung eine Zweiheit seien. Nicht anders ist es für die geistige Anschauung. Wenn diese durch die Seelenvorgänge auftritt, die ich in meiner späteren Schrift "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?" beschrieben habe, dann bildet sie wieder die eine Seite des - geistigen - Seins; und die entsprechenden Gedanken vom Geistigen bilden die andere Seite. Ein Unterschied tritt nur insofern auf, als die Sinneswahrnehmung durch den Gedanken gewissermaßen nach oben zum Anfang des Geistigen hin in Wirklichkeit vollendet, die geistige Anschauung von diesem Anfang an nach unten hin in ihrer wahren Wesenheit erlebt wird. Daß das Erleben der Sinneswahrnehmung durch die von der Natur gebildeten Sinne, das der Anschauung des Geistigen durch die erst auf seelische Art ausgebildeten geistigen Wahrnehmungsorgane geschieht, macht nicht einen prinzipiellen Unterschied.
In Wahrheit ist in meinen späteren Veröffentlichungen kein Verlassen der Idee des Erkennens vorhanden, die ich in dieser Schrift ausgebildet habe, sondern nur die Anwendung dieser Idee auf die geistige Erfahrung,
28 Bezüglich des Aufsatzes "Die Natur". Ich habe in den Schriften der "Goethe-Gesellschaft" zu zeigen versucht, daß dieser Aufsatz so ent-standen ist, daß Tobler, der zur Zeit der Entstehung desselben mit Goethe in Weimar verkehrt hat, Ideen, die in Goethe als von diesem an-

138

erkannte gelebt haben, nach Gesprächen mit ihm niedergeschrieben hat. Diese Niederschrift ist dann im damals nur handschriftlich verbreiteten "Tiefurter Journal" erschienen. Man findet nun in Goethes Schriften einen von diesem viel später geschriebenen Aufsatz über die frü-here Veröffentlichung. Da sagt Goethe ausdrücklich, daß er sich nicht erinnere, ob der Aufsatz von ihm sei, daß er aber Ideen enthalte, die zur Zeit seiner Erscheinung die seinigen waren. In meiner Abhandlung in den Schriften der "Goethe-Gesellschaft" habe ich nachzuweisen versucht, daß diese Ideen in ihrer Fortentwicklung in die ganze Goethesche Naturanschauung eingeflossen sind. Es sind nun nachträglich Ausführungen veröffentlicht worden, die für Tobler das volle Autor-recht des Aufsatzes "Die Natur in Anspruch nehmen. Ich möchte mich in das Streiten über diese Frage nicht mischen. Auch wenn man für Tobler die volle Originalität behauptet, so bleibt noch immer bestehen, daß in Goethe diese Ideen im Anfange der achtziger Jahre des achtzehnten Jahrhunderts gelebt haben, und zwar so, daß sie sieh -auch nach seinem eigenen Bekenntnis - als der Anfang seiner umfas-senden Naturanschauung erweisen. Persönlich habe ich keinen Grund, von meiner Ansicht in dieser Beziehung abzugehen, daß die Ideen in Goethe entstanden sind. Aber auch, wenn sie es nicht wären, so erlebten sie in seinem Geist ein Dasein, das unermeßlich fruchtbar geworden ist. Für den Betrachter der Goetheschen Weltanschauung sind sie nicht an sieh, sondern im Verhältnisse zu dem, was aus ihnen geworden ist, von Bedeutung.
41 Erscheinung für die Sinne: In diesen Ausführungen liegt schon die Andeutung auf die Anschauung des Geistigen, von der meine späteren Schriften reden, im Sinne dessen, was in der obigen Anmerkung zu Seite 12 gesagt worden ist.
42 Ganz anders verhielte es sich: Mit dieser Ausführung ist der Anschauung des Geistigen nicht widersprochen, sondern es wird darauf hingedeutet, daß für die Sinnes-Wahrnehmung, um zu deren Wesen zu gelangen, nicht gewissermaßen durch ein Durchstoßen derselben und ein Vordringen zu einem Sein hinter ihr zu deren Wesen zu gelangen ist, sondern durch ein Zurückgehen zu dem Gedanklichen, das im Menschen sich offenbart.
109 Keiner Forschungsweise... etwas anzufangen: In meinen Schriften wird man in verschiedener Art über "Mystizismus" und "Mystik" gesprochen finden. Daß zwischen diesen verschiedenen Arten kein Widerspruch ist, wie man ihn hat herausphantasieren wollen, kann man jedesmal aus

139

dem Zusammenhange ersehen. Man kann einen allgemeinen Begriff von "Mystik" bilden. Danach ist sie der Umfang dessen, was man von der Welt durch inneres, seelisches Erleben erfahren kann. Dieser Be-griff ist zunächst nicht anzufechten. Denn eine solche Erfahrung gibt es. Und sie offenbart nicht nur etwas über das menschliche Innere, sondern über die Welt. Man muß Augen haben, in denen sieh Vorgänge abspielen, um über das Reich der Farben etwas zu erfahren. Aber man erfährt dadurch nicht nur etwas über das Auge, sondern über die Welt. Man muß ein inneres Seelenorgan haben, um gewisse Dinge der Welt zu erfahren.
Aber man muß die volle Begriffsklarheit in die Erfahrungen des mystischen Organes bringen, wenn Erkenntnis entstehen soll. Es gibt aber Leute, die wollen in das "Innere" sich flüchten, um der Begriffsklarheit zu entfliehen. Diese nennen "Mystik", was die Erkenntnis aus dem Lieht der Ideen in das Dunkel der Gefühlswelt - der nicht von Ideen erhellten Gefühlswelt - führen will. Gegen diese Mystik sprechen meine Schriften überall; für die Mystik, welche die Ideenklarheit denkerisch festhält und zu einem seelischen Wahrnehmungsorgan den mystischen Sinn macht, der in derselben Region des Menschenwesens tätig ist, wo sonst die dunklen Gefühle walten, ist jede Seite meiner Bücher geschrieben. Dieser Sinn ist für das Geistige völlig gleichzustellen dem Auge oder Ohr für das Physische.
126 Freiheitsphilosophie: Die Ideen dieser Philosophie sind später weiter entwickelt worden in meiner "Philosophie der Freiheit" (1894).
128 Psychologie, Volkskunde und Geschichte sind die hauptsächlichsten Formen der Geisteswissenschaft: Nachdem ich nunmehr die verschiedenen Gebiete dessen, was ich "Anthroposophie" nenne, bearbeitet habe, müßte ich -schriebe ich dies Schriftchen heute-diese "Anthroposophie" hier einfügen. Vor vierzig Jahren, beim Schreiben desselben, stand mir als "Psychologie", in einem allerdings ungebräuchlichen Sinne, etwas vor Augen, das die Anschauung der gesamten "Geistes-Welt" (Pneumatologie) in sich einschloß. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, daß ich damals diese "Geistes-Welt" von der Erkenntnis des Menschen ausschließen wollte.
134 Goethes Aufsatz "Der Versuch als Vermittler von Subjekt und Objekt": Die Anmerkung ist nun dahin zu ergänzen, daß der von mir hier hypothetisch vorausgesetzte Aufsatz später im Goethe- und Schiller-Archiv wirklich aufgefunden worden und der Weimarischen Goethe-Ausgabe eingefügt worden ist.

140

HINWEISE DES HERAUSGEBERS

zur 7. Auflage 1979

Für die 7. Auflage wurde der Text mit der 1. Auflage von 1886 und den Druckfahnen mit handschriftlichen Korrekturen Rudolf Steiners für die 2. Auflage von 1924 neu verglichen. Die sich daraus ergebenden wenigen Korrekturen sind in den Hinweisen an entsprechender Stelle vermerkt.
Werke Rudolf Steiners, welche in der Gesamtausgabe (GA) erschienen sind, werden in den Hinweisen mit Bibliographie-Nummer und Erscheinungsjahr der letzten Auflage angegeben. Siehe die Übersicht am Schluß des Bandes.

Zu Seite
7 Otto Liebmann... hatte den Satz ausgesprochen: das Bewußtsein könne sich nicht selbst überspringen: Otto Liebmann (1840-1912), "Zur Analysis der Wirklichkeit", 4. Auflage, Straßburg 1911, Seite 28. - Siehe auch O. Liebmann "Gedanken und Tatsachen", Straßburg 1882 und 1899; sowie "Klimax der Theorien", Straßburg 1884. - Zu Liebmann und Volkelt vgl. das Kapitel: Nachklänge der Kantischen Vorstellungsart, in: Rudolf Steiner "Die Rätsel der Philosophie" (1914), Bibl.-Nr. 18, GA 1968.
10 Aufsatz über Atomismus, der nie gedruckt worden ist: Das Manuskript dieses Aufsatzes, der lange Zeit als verloren galt, wurde bei der Neuordnung des an die Tübinger Universitätsbibliothek übergegangenen Nachlasses von Friedrich Theodor Vischer gefunden und 1939 von C. S. Picht in der Wochenschrift "Das Goetheanum", 18. Jahrgang, Nr. 22 und 23, herausgegeben. Der 21jährige Rudolf Steiner hatte den Aufsatz mit dem Titel: "Einzig mögliche Kritik der atomistischen Begriffe" mit einem Begleitbrief an Vischer gesandt. -Neueste Veröffentlichung des Aufsatzes und Begleitbriefes in "Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe", Nr. 63, Dornach Michaeli 1978.
11 Ich wurde in den achtziger Jahren... durch Karl Julius Schröer : Vgl. Rudolf Steiner, "Mein Lebensgang" (1923/25), Bibl.-Nr. 28, GA 1962, Kapitel VI (Seite 10ff.) - "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", herausgegeben und kommentiert von Rudolf Steiner, mit einem Vorworte von Professor K. J. Schröer, in "Deutsche National-Litteratur herausgegeben von Joseph Kürschner, erschienen in fünf Bänden. Band I: "Bildung und Umbildung organischer

141

Naturen. Zur Morphologie" (1883), Band II: "Zur Naturwissenschaft im Allgemeinen. Mineralogie und Geologie. Meteorologie" (1887), Band III: "Beiträge zur Optik. Zur Farbenlehre. Enthüllung der Theorie Newtons" (1890), Band IV: "Zur Farbenlehre. Materialien zur Geschichte der Farbenlehre" (1897), Band V: "Materialien zur Geschichte der Farbenlehre (Schluß). Entoptische Farben. Paralipomena zur Chromatik. Sprüche in Prosa. Nachträge" (1897). Photomechanischer Nachdruck als Ergänzung zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe, Bihl.-Nr. 1a-e, GA 1975.
19 Dieser nennt Hegel einen Scharlatan: Schopenhauer, Parerga und Paralipomena: Skizze einer Geschichte der Lehre vom Idealen und Realen. Anhang. - Sämtliche Werke, herausgegeben von Rudolf Steiner, Band 8, Stuttgart o.J. [1894], Seite 26-36.
[Hegels] Verehrung für Goethe: Siehe z. B. Hegels Brief an Goethe vom 24. Februar 1821, den Goethe in den Nachträgen zur Farbenlehre unter dem Titel: "Neuste aufmunternde Teilnahme" (mit dem Datum: 20. Februar) veröffentlichte. "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V, Seiten 272-275, mit Anmerkungen R. Steiners. - Vgl. auch das Kapitel: Goethe und Hegel, in: Rudolf Steiner, "Goethes Weltanschauung" (1897), Bibl.-Nr. 6, GA 1963.
[Schopenhauers] Verehrung für Goethe: Schopenhauer genoß 1813/14 den persönlichen Umgang Goethes und erhielt eine Einführung in die Farbenlehre; 1816 schrieb er davon ausgehend eine eigene Abhandlung "Über das Sehen und die Farben". - Siehe "Goethe-Jahrbuch" IX, Frankfurt 1888, Seite 50 ff. und die Literaturangaben auf Seite 104. - H. Döll "Goethe und Schopenhauer", Berlin 1904.
Haeckel... sieht in der Goetheschen Ansicht die seinige vorgebildet: Ernst Haeckel "Die Naturanschauung von Darwin, Goethe und Lamarck", Vortrag zu Eisenach am 18. September 1882, Jena 1882.
20 "Der Dichter ist der einzige wahre Mensch": Brief Schillers an Goethe vom 7. Januar 1795.
24 Es muß auf Kant zurückgegangen werden, wenn : Otto Lieb mann "Kant und die Epigonen. Eine kritische Abhandlung", Stuttgart 1865; der Schlußsatz fast jeden Kapitels.
25 "Die Theorie an und für sich ist nichts nütze...": "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., Band V: Sprüche in Prosa, Seite 357.

142

36 ein seit Kant bestehendes Vorurteil: Kant, Kritik der reinen Vernunft, Transzendentale Ästhetik ß8.
65 "Wär' nicht das Auge sonnenhaft...": "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band III: Entwurf einer Farbenlehre. Didaktischer Teil. Einleitung, Seite 88. Leicht variiert auch in: Zahme Xenien, III.
71 Kant hat auf den Unterschied von Verstand und Vernunft bereits hingewiesen: Siehe z. B. Kritik der reinen Vernunft, Transzendentale Dialektik, II. A.: Von der Vernunft überhaupt.
72 Er hat jedoch die Gebilde, die durch die Vernunft zur Erscheinung kommen...: Ebenda. Siehe den Anhang zur Transzendentalen Dialektik: "Von dem regulativen Gebrauch der Ideen der reinen Vernunft". -Vgl. auch Rudolf Steiner, "Die Rätsel der Philosophie" (1914), Bibl.-Nr. 18, GA 1968, das Kapitel: Das Zeitalter Kants und Goethes.
77 1. Zeile: haben wir noch nicht: "noch" nach handschriftlicher Korrektur R. Steiners eingefügt.
78 6. Zeile v.u.: hat dies so vortrefflich: "so" nach Korrektur Rudolf Steiners eingefügt.
"Die Idee ist ewig und einzig...": "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V: Sprüche in Prosa, Seite 379.
81 9. Zeile: Unser Denken ist an das Diesseits... Dieser Satz war von der 2. Auflage an irrtümlich als Absatz für sich gedruckt.
97 Kant hat sogar derselben eine philosophische Begründung zu geben versucht: Kritik der Urteilskraft. Siehe Einleitung, V: Das Prinzip der formalen Zweckmäßigkeit der Natur ist ein transzendentales Prinzip der Urteilskraft; im übrigen: Teil II: Kritik der teleologischen Urteilskraft.
98 Darauf kommt es ihm [Goethe] nie an, wozu etwas nützt: Vgl. Eckermann, Gespräche mit Goethe, 20. Februar 1831.
An Spinoza zog ihn [Goethe] besonders an...: "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band I: Einleitungen, Seite LV ff.
102 Wir wollen nach dem Vorgange Goethes diesen allgemeinen Organismus Typus nennen: Siehe z. B. "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band I: Erster Entwurf einer allgemeinen Ein-

143

leitung in die vergleichende Anatomie, ausgehcnd von der Osteologie, Seite 239 ff.
103 Was Agassiz... einen "verkörperten Schöpfungsgedanken Gottes" nannte: Louis Agassiz (1807-1873), Schweizer Geologe und Biologe, der lange in Nordamerika lehrte. Siehe sein Werk: Beiträge zur Naturgeschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Band I: Ein Versuch über Klassifikation (An Essay on Classification, Boston 1857); vgl. Haeckels Auseinandersetzung mit Agassiz in: Natürliche Schöpfungsgeschichte, Berlin 1875(6. Auflage), Seite 55 ff.
104 Friedrich Theodor Vischer... hat einmal ausgesprochen...: Altes und Neues, drei Hefte in einem Band, Stuttgart 1881/82, Drittes Heft: Philosophie und Naturwissenschaft, Seite 223.
109 Der englische Philosoph Reid nennt eine Intuition... : Thomas Reid (1710 bis 1796), An Inquiry into the Human Mind on the Principles of Common Sense, Edinburgh 1814 (7. Auflage); Chap. II, 7; dort wird der Vorgang mit dem Wort "suggestion" bezeichnet, das in der Übersetzung (nach der 3. Auflage, Leipzig 1782) durch das Wort "Eingebung" wiedergegeben wurde.
1 10 Jacobi vermeinte, in unserm Gefühle von Gott : "Die ursprüngliche Offenbarung Gottes an den Menschen ist keine Offenbarung in Bild und Wort, sondern ein Aufgehen im inneren Gefühl"; Friedrich Heinrich Jacobis Werke, 6 Bände, Leipzig 1812-1825, Band III, Seite XX; vgl. auch Jacobi, Von göttlichen Dingen, Werke Band III, Seite 317, u.a.
Unsere Urteilskraft nuß denkend anschauen...: Siehe Goethes Aufsätze "Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort", in "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., Band II, Seite 3 1; und "Anschauende Urteilskraft", ebenda, Band I, Seite 115/116. Vgl. Kant, Kritik der Urteilskraft, ß 77.
111 1. Zeile: organische Natur: Korrektur eines Druckfehlers; in früheren Auflagen: unorganische Natur.
119 Fichte sprach dem Menschen nur insofern Existenz zu...: Siehe z. B. Fichtes Schrift: Die Bestimmung des Menschen.
121 Wenn Jacobi glaubt, daß wir mit der Wahrnehmung unseres Innern..: Vgl. F. H. Jacobi, Von göttlichen Dingen, Werke Band III, Seite 234 f.
"Seelenlehre ohne Seele": Friedrich Albert Langc (1828-1875) prägte den Ausdruck "Psychologie ohne Seele" in: Geschichte des Ma-

144

terialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart, Iserlohn 1866; 10. Auflage 1921, Seite 462: Zweites Buch, III. Die Na-turwissenschaftliche Psychologie.
123 "Der Verständige regiert nicht : "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V: Sprüche in Prosa, Seite 482.
"Die vernünftige Welt ist als ein großes unsterbliches Individuum zu betrachten...": "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V: Sprüche in Prosa, Seite 482.
125 Der Weltengrund hat sich in die Welt vollständig ausgegossen: Vgl. Goethes Gedicht "Proemion" in der Gedichtsammlung "Gott und Welt".
126 J. Kreyenbühl: Die ethische Freiheit bei Kant, Philosophische Monatshefte XVIII, Heidelberg 1882, Seite 129 ff.
"Lessing, der mancherlei Beschränkung unwillig fühlte...": "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V: Sprüche in Prosa, Seite 460.
127 die bekannte Kontroverse Kant-Schillers: Siebe Kant, Kritik der praktischen Vernunft, 1788, I. Teil, 1. Buch, 3. Hptst.: Von den Triebfedern der reinen praktischen Vernunft; und Schillers Entgegnung in dem Xenion:
"Gewissenskrupel - Gerne dien' ich den Freunden, doch tu' ich es leider mit Neigung, / Und so wurmt es mir oft, daß ich nicht tugendhaft bin.
Entscheidung - Da ist kein anderer Rat, du mußt suchen, sie zu verachten, / Und mit Abscheu alsdann tun, wie die Pflicht dir gebeut."
"Zu allen Zeiten sind es nur die Individuen.. .": F. W. Riemer, Mitteilungen über Goethe, 26. September 1807.
129 12. Zeile: nicht etwas Befriedigung: "etwas" nach Korrektur Rudolf Steiners eingefügt.
1 32 Goethe tadelte es sehr, daß man von einer Idee des Schönen spricht: "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V: Sprüche in Prosa, Seite 379: "Im Ästhetischen tut man nicht wohl zu sagen: die Idee des Schönen; dadurch vereinzelt man das Schöne, das doch einzeln nicht gedacht werden kann."
132/133 Die großen Kunstwerke, die Goethe in Italien sah, erschienen ihm...: Italienische Reise, Rom, den 6. September 1787: "Diese hohen Kunstwerke sind zugleich als die höchsten Naturzwecke von Men-

145

schen nach wahren und natürlichen Gesetzen hervorgebracht worden: alles Willkürliche, Eingebildete fällt zusammen; da ist Not-wendigkeit, da ist Gott."
133 Die Kunst eine Manifestation geheimer Naturgesetze: "Goethes Natur-wissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V: Sprüche in Prosa, Seite 494: "Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben."
"Ich denke, Wissenschaft könnte man die Kenntnis...": "Goethes Naturwissenschaftliche Schriften", a.a.O., in Band V: Sprüche in Prosa, Seite 53 5.
138 Zur Anmerkung zu Seite 2 8: Rudolf Steiners Aufsatz "Zu dem über die Natur" jetzt in: "Methodische Grundlagen der Anthroposophie. Gesammelte Aufsätze 1 884-1901", Bibl.-Nr. 30, GA 1961, Seiten 320-327.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis